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Ausgelassene Stimmung bei den Sportfreunden

Köllerbach. Strahlende Gesichter, so weit das Auge blickte, gab es bereits vor dem Saison-Finale der Sportfreunde Köllerbach gegen den SV Roßbach. Für Karl-Heinz Villinger, den Geschäftsführer des Fußball-Oberligisten, war das Rückrunden-Wunder, also der Klassenverbleib, überhaupt kein Wunder. "Ich wusste bereits im Dezember, dass wir es noch packen Von SZ-Mitarbeiter Tobias Jungfleisch

Köllerbach. Strahlende Gesichter, so weit das Auge blickte, gab es bereits vor dem Saison-Finale der Sportfreunde Köllerbach gegen den SV Roßbach. Für Karl-Heinz Villinger, den Geschäftsführer des Fußball-Oberligisten, war das Rückrunden-Wunder, also der Klassenverbleib, überhaupt kein Wunder. "Ich wusste bereits im Dezember, dass wir es noch packen. Hätte ich Wetten angenommen, wäre ich heute Millionär", sagt Villinger. Ganz so euphorisch sah dies zur damaligen Zeit allerdings kaum jemand.



Es war also alles angerichtet für eine große Sause. Die Geschichte des Spiels ist schnell zusammengefasst. Wegen Personalproblemen griff Trainer Melori Bigvava mit Ausnahme von Sebastian Grub und Miroslaw Czermurzynski auf die Mannschaft zurück, die in der Vorrunde nicht gerade für erfolgreichen Fußball stand. Und dennoch bestimmten die Sportfreunde das Spiel. Bereits in der ersten Minute scheiterte Nadir Belhouchat mit einem Freistoß am Pfosten. In der 14. Minute verpasste Davit Bakhtadze nach einer Hereingabe von Jens Hartz nur knapp.

Die Strafe folgte auf dem Fuß: Nach einer Flanke von der linken Seite köpfte Thomas Freyberger relativ ungestört den SV Roßbach in Führung. "Die hatten bis dahin wirklich keine Chance", fasste später Miroslaw Czermurzynski zusammen, der in der Winterpause nach Köllerbach zurück kehrte und neben seiner Qualität als Spieler auch als Motivator gefragt war - und somit Trainer Melori Bigvava auf und neben dem Platz unterstützte.

Während Roßbach sich mit der knappen Führung in die Pause retten wollte, blieb auf der Gegenseite ein Elfmeterpfiff aus. Davit Bakhtadze wurde in der 40. Minute von den Beinen geholt, doch Schiedsrichter Timo Gerach sah dies ganz anders und ließ weiterspielen. So mussten die Köllerbacher bis zur 73. Minute warten. Der eingewechselte Serge Dim Etong zog aus 25 Metern ab, und der Ball schlug leicht abgefälscht im Netz ein. "Ich glaube schon, dass wir den Sieg noch verdient gehabt hätten", bilanzierte Trainer Bigvava.

Und das zeigt auch seine gute Arbeit in dieser Saison. Denn Bigvava war zwar mit dem Spiel, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden - auch nicht im letzten Spiel, in dem es um nichts mehr ging. "Biggi hat hier sensationelle Arbeit geleistet. Dafür möchte ich ihm danken. Doch am Erfolg waren viele beteiligt. Alfons Ewen und Frank Mang haben ihr Herz in diesen Verein gesteckt. Ein großer Dank gilt auch der Familie Steuer. Das möchte ich einfach mal betonen", sagt Czermurzynski, der in der kommenden Saison gerne in gleicher Rolle für den Verein arbeiten würde.

Das Wunder in Köllerbach ist also geschafft. Doch wie geht es weiter? Nach dem Spiel erklärte der verletzte Dominik Groß. "Ich will so gerne in Köllerbach bleiben, und ich bin sicher, dass es in dieser Woche fix ist." Auch Sebastian Grub wird in dieser Woche wohl seine Zusage geben. Dagegen zieht es Janosch Scherer und Mexhid Kadrija zum SC Friedrichsthal. Niklas Martin, Daniel Klein, Stefan Becker und Felix Jakob gehen mit unbekanntem Ziel.