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Aus Ideen werden Innovationen

St. Wendel. Seit gestern kann sich St. Wendel mit einem weiteren Ehrentitel schmücken. Das "Innovative Retail Laboratory" (IRL) in der Zentrale der Globus SB-Warenhaus Holding im Gewerbegebiet West ist einer der "365 Orte im Land der Ideen" des Jahres 2009 Von SZ-Redakteur Dagobert Schmidt

St. Wendel. Seit gestern kann sich St. Wendel mit einem weiteren Ehrentitel schmücken. Das "Innovative Retail Laboratory" (IRL) in der Zentrale der Globus SB-Warenhaus Holding im Gewerbegebiet West ist einer der "365 Orte im Land der Ideen" des Jahres 2009. Vergeben wird die Auszeichnung seit 2006 von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" für die der Bundespräsident die Schirmherrschaft übernommen hat. Unter 2000 Mitbewerbern hat sich das IRL durchgesetzt und konnte einen Tag seine Ideen präsentieren. Seit dem 10. September 2007 betreibt das Deutsche Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) das Labor in der Globus-Koordination. Für die ersten drei Jahre finanziert die Globus-Gruppe einen Professor und bis zu 15 wissenschaftliche Mitarbeiter mit. Seit dem 1. April ist Prof. Antonio Krüger, der sich gestern in St. Wendel vorstellte, Wissenschaftlicher Direktor des IRL. Ziel seiner Arbeit und seiner Mitarbeiter ist es, Produkten Intelligenz mitzugeben. Sie erforschen, entwickeln und erproben Softwaresysteme, die die Kunden im Warenhaus der Zukunft durch die Regalgassen leiten, sie über die Waren informieren und wenn gewünscht, personenbezogen beraten. Bei der Preisverleihung dankte Prof. Wolfgang Wahlster, Vorstandsvorsitzender der DFKI, Thomas Bruch, Geschäftsführender Gesellschafter der Globus SB-Warenhaus Holding, für sein Vertrauen und die exzellente Zusammenarbeit von Globus mit dem IRL. Den Anstoß für das Engagement des DFKI in St. Wendel und die Zusammenarbeit mit Globus habe Josef Alles, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse St. Wendel gegeben, blickte Wahlster auf die Anfänge zurück. Ideen sicherten die Zukunft eines Unternehmens, begründete Thomas Bruch das Interesse und das Engagement von Globus an der Zusammenarbeit mit dem Forschungslabor. In seiner über 180-jährigen Geschichte habe sich das Unternehmen auf die Ideen seiner Mitarbeiter und auf Ideen von außen gestützt und habe Erfolg gehabt. Beim saarländischen Ministerpräsidenten bedankte sich Bruch dafür, dass das Land die Anschlussfinanzierung für das Forschungslabor übernommen hat. Das sichere den Standort in St. Wendel auf Dauer und biete der Globusgruppe und dem gesamten Handel Innovationschancen.Innovation schaffe Zukunft freute sich Ministerpräsident Müller über die Auszeichnung für das Labor. In den Köpfen seiner Bewohner liege die Zukunft des Landes und nicht tief unter der Erde. Das IRL in St. Wendel zeige, wie wichtig die Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ist. Denn Ideen müssten nicht nur entwickelt, sondern auch in wirtschaftlichen Erfolg umgesetzt werden. Darin sei das DFKI weltweit eine Top-Adresse. Was in St. Wendel erforscht, entwickelt und erprobt wird nannte Müller "eine spannende Geschichte", die die Auszeichnung verdient habe. Als I-Tüpfelchen für die Stadt bezeichnete Bürgermeister Klaus Bouillon das Institut. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Familie Bruch für das großartige Engagement und die vielen anderen Aktivitäten der Familie für und in der Stadt. Die Arbeit des DFKI, hier sei er mit Prof. Wahlster schon im Gespräch, würde er gerne auf die Schulen und die Verwaltungen ausgedehnt sehen. Gerade im Bereich der Verwaltung hält der Verwaltungschef Innovationen für erforderlich. Prof. Krüger stellte das IRL und seine Arbeit vor. Ausdrücklich begrüßte er, dass das IRL als "lebendes Labor" weiter mit der Universität verbunden bleibe und somit nicht anwenderorientiert gearbeitet, sondern auch Grundlagenforschung betrieben werden könne. Die Laudatio und die Preisverleihung hatte Martin Zewe von der Deutschen Bank übernommen (> siehe Seite A 3). Meinung




Von SZ-RedakteurDagobert Schmidt