| 20:20 Uhr

Aufklärung und Wettbewerb für Klimaziele

St. Wendel. "Wir sind der erste Landkreis im Saarland, der einen Klimaschutzmanager beschäftigt", verkündete Landrat Udo Recktenwald (CDU) stolz bei der Vorstellung seines neuen Mitarbeiters Michael Welter. Ähnliche Posten gebe es bisher nur in der Stadt Saarlouis und der Gemeinde Nalbach Von SZ-Redakteurin Ulrike Otto

St. Wendel. "Wir sind der erste Landkreis im Saarland, der einen Klimaschutzmanager beschäftigt", verkündete Landrat Udo Recktenwald (CDU) stolz bei der Vorstellung seines neuen Mitarbeiters Michael Welter. Ähnliche Posten gebe es bisher nur in der Stadt Saarlouis und der Gemeinde Nalbach. "Das ist ein wichtiger Bestandteil der Initiative hin zu einem Null-Emissions-Landkreis", betonte Recktenwald. Der Klimaschutzmanager solle zum einen die Umsetzung der Handlungsvorschläge des Klimaschutzkonzeptes für den Kreis anschieben, zum anderen sei er auch Ansprechpartner für die Bürger und Dienstleister für die Kommunen des Landkreises.Viel zu tun für den 36 Jahre alten Michael Welter, der mit Frau und zwei Kindern in Sötern wohnt. Der diplomierte Wirtschaftsjurist begann seine "Klima"-Karriere am Birkenfelder Umwelt-Campus. "Als Wirtschaftsjurist war ich dort ein echter Exot", scherzt Welter. Doch bereits seine Diplomarbeit befasste sich mit einem Klimathema, den rechtlichen Rahmenbedingungen bei Bau und Betrieb einer Biogasanlage.


Biogas, Windkraft, Photovoltaik-Anlagen - erneuerbare Energien werden nur einen kleinen Teil seiner Arbeit ausmachen. "Ein großer Teil wird Öffentlichkeitsarbeit sein. "Es geht darum, die Leute zu sensibilisieren für die Chancen im ländlichen Raum. Das Stromproblem ist dabei das kleinste, denn die meiste Energie wird nicht in Form von Strom verbraucht, sondern verheizt und verfahren", erklärt der Klimaschutzmanager. Energie-Effizienz sei ein wichtiges Thema, denn es sei genauso wichtig, Energie einzusparen, wie sie zu erzeugen. Einen weiteren Bereich seiner Aufgaben umschreibt er mit Netzwerkarbeit. Auch die kreisweiten CO2-Bilanzen soll er fortschreiben.

Erste Projekte hat der Klimaschutzmanager bereits ins Auge gefasst. "Angedacht ist ein Wettbewerb im Bereich Wärme-Energieverbrauch. Es wird eine Thermografie von einem Gebäude gemacht, anschließend gibt es einen Termin mit einem Gebäudeenergieberater, der zeigt, wo man am Gebäude Energie einsparen und Wärmeverlust verhindern kann", erklärt Michael Welter. Noch im Februar soll das Projekt umgesetzt werden. Zudem soll es eine Vortragsreihe auf Gemeindeebene zu Energie- und Klimathemen geben. Der Klimaschutzberater setzt dabei auf eine Mischung aus Aufklärung auf der einen und Beratungs- und Serviceangeboten auf der anderen Seite. "Wenn man was erreichen will in Sachen Klimaschutz, dann muss man beides verquicken", meint Welter.



null-emission-wnd.de

Foto: LK/WND

Hintergrund

Die Stelle des Klimaschutzmanagers im Landkreis St. Wendel ist vorerst auf drei Jahre befristet. Solange werden die Personal- und Sachkosten vom Bundesumweltministerium zu 65 Prozent gefördert. Laut Landrat Udo Recktenwald sind das etwa 130 000 Euro insgesamt. Die verbleibenden Kosten übernimmt der Landkreis. Der Klimaschutzmanager ist zwar beim Dezernat Infrastruktur angestellt, hat aber sein Büro in den Räumen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land, mit der er eng zusammenarbeiten soll, im Unternehmer- und Technologiezentrum (UTZ) in der Werschweilerstraße. uo