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Auf den Spuren der Grubenarbeiter

Wilhelm Hill (rechts) hat am Dienstag den Wirtschaftsausschuss des Völklinger Stadtrates durch das Erlebnisbergwerk Velsen geführt. Dabei erklärt er, dass "Wau Wau" nicht unbedingt etwas mit einem Hund zu tun haben muss. Foto: Becker & Bredel
Wilhelm Hill (rechts) hat am Dienstag den Wirtschaftsausschuss des Völklinger Stadtrates durch das Erlebnisbergwerk Velsen geführt. Dabei erklärt er, dass "Wau Wau" nicht unbedingt etwas mit einem Hund zu tun haben muss. Foto: Becker & Bredel
Velsen. Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrates von Völklingen hat sich auf Exkursion begeben. Ziel war das Erlebnisbergwerk Velsen, das sich auch sonst großer Beliebtheit erfreut. Bis Ende Mai sind die Führungen schon ausgebucht. Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Velsen. Anfang April hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen den früheren Lehrstollen der Grube gepachtet. So konnte die Anlage zumindest als Erlebnisbergwerk für Besucher erhalten bleiben. Die Nachfrage ist sehr gut. "Wir sind am Limit", sagt der Vereinsvorsitzende Volker Etgen mit Blick auf die stark beanspruchten ehrenamtlichen Führer. Etwa 20 Gruppen konnten die Anlage schon besichtigen. Im komplett ausgebuchten Mai haben sich allein sechs bis acht Schulklassen angesagt. Am Dienstagnachmittag besichtigt der Völklinger Stadtratsausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport das Erlebnisbergwerk.


Eine "Katze" ist kein Tier

Besucherführer Wilhelm Hill, ehemaliger Ausbilder im Lehrstollen, erklärt anschaulich die Unterschiede zwischen frischen, matten, schlagenden und giftigen Wettern. Die Besucher lernen auch Grubenbegriffe: Die Einschienenhängebahn nennen die Bergleute "Katze", das Telefon heißt "Wau Wau", und die sohlengebundene Schienenflurbahn fungiert als "Kuli". Ein anderes Transportmittel dürfen die Stadtverordneten selbst ausprobieren: Mutig hüpfen die Gäste auf das laufende Förderband.



"In jeder Ecke ist etwas Besonderes", stellt Bürgermeister Wolfgang Bintz während der Führung fest. Der studierte Markscheider entdeckt eine Sicherheitskette, die bei Bedarf eine lockere Stütze vor dem Umfallen schützt. Die vielen Details machen das Bergwerk für Bintz besonders wertvoll.

"Ich hoffe, es hat euch gefallen", sagt Wilhelm Hill nach dem Rundgang. Die Gäste antworten mit Applaus. "Glück auf!" Führungen werden auch in französischer und italienischer Sprache angeboten. Im Gespräch mit Vereinschef Etgen erkundigen sich die Besucher nach den Kosten. Das auf etwa 20 000 Euro geschätzte Budget zum Unterhalt des Bergwerks schultert der Verein alleine - durch Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder und Sponsorengelder. Öffentliche Fördermittel fließen praktisch nicht. Einzige Ausnahme: Das Land bezuschusst den Eintritt für Kinder, Jugendliche und Schüler.

"Wir sind kein Museum, wir sind ein Bergwerk", antwortet der Vereinsvorsitzende auf die Frage nach dem Unterschied zum Carreau Wendel in Petite-Rosselle. Man sieht sich nicht als Konkurrenz: Eine enge Kooperation mit dem französischen Museum, erklärt Etgen, wurde bereits vereinbart.

Ab dem 1. Juli wird der Verein auch Pächter der Außenanlagen rund um das Erlebnisbergwerk. Zwei Feuerwehrfeste sind bereits geplant. "Wir hoffen, dass eine Firma das Schulungsgebäude mit seinen etwa 420 Quadratmetern anmietet", sagt Volker Etgen. Am liebsten wäre ihm ein Sicherheits- oder Wachdienst.

erlebnisbergwerkvelsen.de