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Auf dem Weg zur "modernen Großstadtpartei"

Saarbrücken. Eine "moderne Großstadtpartei" will die Saarbrücker CDU sein Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Eine "moderne Großstadtpartei" will die Saarbrücker CDU sein. Deshalb hat sie zur Eröffnung ihres Kommunal- und Europawahlkampfs am Dienstagabend im Smart-Autocenter den Mann eingeladen, von dem der CDU-Kreisvorsitzende Peter Jacoby und der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Peter Strobel sagen, er verkörpere wie kein anderer die CDU als Großstadtpartei: den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust (Foto: dpa).Ole von Beust kam, redete, wurde begeistert beklatscht - obwohl er auch Dinge zu sagen hatte, die Unterschiede erkennen ließen zwischen der CDU-Großstadtpolitik in Hamburg und Saarbrücken. Hatte Strobel zuvor noch gegen die "Zwangstagsschule" gewettert und vor neuen Einheitsschulen gewarnt, die unter anderem eine Gefahr fürs Saarbrücker Vereinsleben seien, erklärte von Beust, dass Hamburg zwar auch keine "Zwangsbeglückung" will, aber sehr stark in Ganztagsschulen investiere - solche, in deren Arbeit die Vereine eingebunden werden.Die CDU müsse sich "im Grundsatz treu bleiben", aber viele Dinge überdenken, sagte er. In Hamburg hat die CDU zusammen mit den Grünen das Schulsystem überdacht. Dort soll die sechsjährige Grundschule eingeführt werden. Und es gibt einen Rechtsanspruch auf Kindertagesstättenplätze mit Mittagessen - kostenlos für Kinder von sozial Schwachen.Außer darauf, in Bildung zu investieren, schwor von Beust die Saarbrücker CDU auf zwei weitere "Überlebensfragen" ein: die Integration und den Klimaschutz. Wobei auch bei der Integration Bildung ein zentrales Thema sei: Ohne Bildung kein sozialer Aufstieg, ohne Deutschkenntnisse keine Bildung.