| 00:00 Uhr

Auf dem Rad nach Nevers gepilgert

Die Radpilger kurz vor Beginn der 5. Tagesetappe auf dem Campingplatz von Auxerre. Foto: Theo Welsch
Die Radpilger kurz vor Beginn der 5. Tagesetappe auf dem Campingplatz von Auxerre. Foto: Theo Welsch FOTO: Theo Welsch
Heusweiler. Eine Wallfahrt führte eine 17-köpfige Gruppe der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler dieser Tage über mehrere Etappen nach Nevers im Burgund. Dort befindet sich im Kloster St. Gildard der Schrein der Heiligen Bernadette. red

Die Pfarreiengemeinschaft Heusweiler hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach besondere Fahrradwallfahrten unternommen. So ging es zum Beispiel schon nach Kevelaer, nach Rom und nach Santiago de Compostela. Auch in diesem Jahr stand wieder eine größere Radwallfahrt im Kalender der Pfarrei, wie Pfarrer Theo Welsch berichtet.

Am 21. Juli endete die Tour de France. Eine Tour de France ganz anderer Art nahm an diesem Tag ihren Anfang: vom 21. bis 27. Juli war eine 17-köpfige Gruppe aus der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler per Fahrrad unterwegs nach Nevers. Diese burgundische Stadt bewahrt im Kloster St. Gildard den Leib der Heiligen Bernadette Soubirous auf, der im Jahre 1858 in Lourdes die Gottesmutter Maria erschienen ist.

Die Tagesetappen verliefen wie folgt: Sonntag, 21. Juli, ging es von Heusweiler nach Metz (81 km), am Montag von Metz nach Bar-le-Duc (107 km), dienstags ging es nach Troyes (114 km), von dort mittwochs nach Auxerre (91 km), am Donnerstag nach Vézelay (51 km) und am Freitag, 26. Juli, nach Nevers (92 km).

Übernachtung im Wohnmobil

Begleitet wurden die Radwallfahrer von drei Wohnmobilen, in denen sie auf Campingplätzen auch das Nachtquartier nahmen. Die Fahrer der Wohnmobile erledigten die Einkäufe für Frühstück und Mittagspicknick und nahmen erforderlichenfalls auch die ermüdeten Radpilger auf. Schließlich handelte es sich ja nicht um ein Radrennen, sondern um eine Radwallfahrt. Das hieß, jeder nach seinen Kräften. Außerdem war ein "geistliches Programm" auf jeder Wallfahrt Pflicht. So wurde täglich die Heilige Messe gefeiert, in der Regel im Schatten in freier Natur zur Mittagszeit, um der größten Hitze zu entgehen. Außerdem pflegten die Pilger auch das Morgen- und das Abendgebet.

Geistliche Höhepunkte waren die Heiligen Messen mit der Ordensgemeinschaft in der Klosterkirche von Vézelay, dem Verehrungsort der Heiligen Maria Magdalena, zugleich wichtige Station auf dem französischen Teil des Jakobsweges, sowie im Kloster St. Gildard neben dem Schrein der Heiligen Bernadette zum Abschluss der Radwallfahrt am 27. Juli. Danach traten die Pilger mit den Wohnmobilen die Heimreise nach Heusweiler an.

Welsch: "Die Fahrradpilgergruppe verlieh richtiggehend Flügel, um auch bei Hitze und längeren Tagesetappen das Programm zu bestehen, das befanden alle. Eine wirklich gute Radpilgergruppe hatte sich zusammengefunden, die schon dabei ist, weitere Taten zu planen."