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Talentshow
Auf dem besten Weg zum Profi-Tänzer

„Als er sich beide Arme ausgekugelt hat, hab´ auch ich geschnallt, dass das eine ganz besondere Nummer ist“, sagt Jurorin Nazan Eckes über Gussev.
„Als er sich beide Arme ausgekugelt hat, hab´ auch ich geschnallt, dass das eine ganz besondere Nummer ist“, sagt Jurorin Nazan Eckes über Gussev. FOTO: Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius / Artem Gussev / RTL
Saarbrücken . Der Saarbrücker Artem Gussev ist im Finale von „Das Supertalent“. Am Samstag ist der 21-Jährige ab 20.15 Uhr in der RTL-Show zu sehen. Von Marko Völke

„Eigentlich hatte ich ja gar keine Lust mehr auf Fernsehen“, sagt Artem Gussev. Denn bereits 2013 schaffte es der Saarbrücker bis ins Halbfinale der TV-Show „Got to Dance“. Und 2014 beeindruckte er die „Das Supertalent“-Jury mit seinem außergewöhnlichen Tanzstil „Flexing“, bei dem er wie ein Gummimensch Arme und Beine verbiegt. Doch dann sei gefragt worden, ob er nicht doch nochmal sein Können vor Dieter Bohlen & Co. zeigen wolle, und er nahm an der aktuellen Staffel der Casting-Serie teil. Mit Erfolg. Juror Bruce Darnell drückte für ihn den „Goldenen Buzzer“. Damit steht der in Kasachstan geborene Saarländer automatisch im Finale, das am kommenden Samstag, 16. Dezember, 20.15 Uhr, auf RTL ausgestrahlt wird.



„Ich mag den Typen“, begründete Darnell seine Entscheidung. Seine Kollegin Nazan Eckes ergänzte: „Als er sich dann beide Arme ausgekugelt hat, hab´ dann auch ich geschnallt, dass das eine ganz besondere Nummer ist.“ Er sei mit dem Ziel in die Show gegangen, wie 2014 nochmal drei „Ja“ zu bekommen, erklärt der 21-Jährige im SZ-Gespräch. Dass sein Auftritt so ausgehen könne, habe er jedoch niemals gedacht. Auf alle Fälle ist Gussev, der übrigens als Aushilfe in der Druckerei der Saarbrücker Zeitung gejobbt hat, so seinem Traum von einer Karriere als Profitänzer einen großen Schritt näher gekommen.

Gussev ist in Saarbrücken-Malstatt aufgewachsen. Durch eine Projektwoche an der Handelsschule wurde seine Tanz-Leidenschaft entfacht. Inzwischen hat er nicht nur in ganz Deutschland Auftritte, sondern er stand auch schon in Paris oder Tschechien auf der Bühne.

Doch bis heute wohnt er in der Landeshauptstadt: „Hier habe ich meine Freunde und meine Familie“, sagt er. Auch zu dem Verein „2. Chance Saarland“, der sich um benachteiligte Jugendliche kümmert, gibt es eine langjährige Bindung. Erst kürzlich hatte er einen Auftritt bei dem Tanz-Wettbewerb „Dance Explosion“ in der Saarlandhalle auf. Wenige Tage nachdem er bei „Das Supertalent“ zu sehen gewesen war, war der Hype um ihn groß. „Ich will mir nicht zu viel Stress machen“, steht für den Saarbrücker vor dem Finale fest. Da er im Gegensatz zu anderen Kandidaten, die keinen „Goldenen Buzzer“ bekommen haben, früher wusste, dass er in der Endrunde ist, habe er im Jugendzentrum Försterstraße schon fleißig trainieren können. Seine Show, die passende Musik und sein Outfit stehen bereits seit einigen Wochen. Am Montag ging es für ihn nach Köln, von wo aus die Live-Show ausgestrahlt wird. Neben den Proben sind Interviews und TV-Drehs angesagt.
„Ich würde gerne den Titel nach Saarbrücken holen“, erklärt Gussev sein Ziel für das Finale. Die Konkurrenz sei jedoch sehr stark. Zudem habe bisher noch nie ein Tänzer die Show gewonnen. „Ich habe auch kein tragisches Schicksal“, ergänzt er. Denn auch das erhöhe die Siegesschancen. Die Zuschauer können über ihre Favoriten abstimmen.

Auch darüber, was er mit den 100 000 Euro anfangen würde, die der Gewinner erhält, habe er noch nicht nachgedacht: „Ich möchte mir keine unnötige Hoffnung machen, sondern warte einfach ab“, sagt er. Auf alle Fälle sei seine TV-Präsenz eine gute Möglichkeit, den Tanzstil in Deutschland noch populärer zu machen.