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Auch mit 99 Jahren hat der Jubilar noch Ziele

Arnold und Katharina Schmitt. Foto: Cordier
Arnold und Katharina Schmitt. Foto: Cordier FOTO: Cordier
Quierschied. Geistig und körperlich fit feierte der Quierschder Rentner Arnold Schmitt am vorigen Sonntag seinen 99. Geburtstag. Der SZ erzählte er aus seinem spannenden Leben. cor

Er hat zwei Weltkriege überlebt, Wirtschaftswunder und Wirtschaftskrisen. Eins hat alle Höhen und Tiefen überdauert: die Liebe zu seiner Frau Katharina. Und so feierte Arnold Schmitt am Sonntag bei bester Gesundheit seinen 99. Geburtstag gemeinsam mit ihr. "Man sagt ja immer, Gesundheit ist ein Geschenk, und man kann nichts dafür", so Schmitt, "aber wir haben nie über die Maßen gelebt. Mein Vater wurde nur 67, aber meine Mutter und mein Großvater wurden jeweils 83 Jahre alt. Das war zu der Zeit ein biblisches Alter."

Am 21. Juli 1914 erblickte Arnold Schmitt in Quierschied das Licht der Welt, zwei Wochen vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Eine seiner ersten Erinnerungen hat er an das Kriegsende. "Die Leute haben gerufen: Da kommen Engeländer gefahren. Ich habe geschaut und geschaut, aber ich habe gar keine Engel gesehen." Im April 1928 hat Schmitt seine Ausbildung beim Bergbauzulieferer BBC in Saarbrücken begonnen. Mit 19 verlor der Maschinenschlosser bei einem Unfall mit einer Presse die linke Hand. "Ich musste umschulen, habe technischer Zeichner gelernt und als Maschinenbautechniker gearbeitet", erzählt Schmitt, der seiner Firma 48 Jahre lang die Treue hielt, "später war ich auch für die Lehrlingsausbildung zuständig." Nur einer ist er noch länger treu - seiner Katharina. "Es war auf der Weihnachtsfeier des Quierschieder Zitherclubs 1936. Ihre Schwester hat mich auf sie aufmerksam gemacht", erinnert sich Schmitt, als sei es gestern gewesen, "es war Liebe auf den ersten Blick". Am 21. September 2014 wollen die Schmitts ihren 75. Hochzeitstag feiern. Das Geheimnis ihrer Beziehung? "Es ist einfach eine ganz große Liebe", sagt die 97-jährige Katharina, die seit vier Jahren wegen ihres Gesundheitszustands im Quierschieder Seniorenheim lebt. Ihr Arnold kommt sie seither fast täglich besuchen, den Hinweg lässt er sich fahren. Den Rückweg ins mit eigenen Händen gebaute Haus in der Jungwaldstraße läuft der körperlich und geistig enorm fitte Rentner. "Ich lese jeden Tag die Zeitung", erzählt Schmitt, "bei meinen Eltern hatten wir die Volksstimme, ich bin seit über 60 Jahren Abonnent der Saarbrücker Zeitung."

Auch darum weiß Schmitt, was in seiner Heimatgemeinde so alles los ist. "Ich finde es toll, was in den letzten Jahren aus Quierschied gemacht wurde", sagt er, "allein wenn ich den Park im Eisengraben sehe. Da war früher ein Schuttabladeplatz."

Arnold erinnert sich auf den Tag und bis ins Detail genau an zahllose Ereignisse seines bewegten Lebens, der Mann kann spannend erzählen und hat viel zu berichten. Und er hat noch Ziele: den 100. Geburtstag und die Kronjuwelenhochzeit mit seiner Katharina.