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Auch Fußgänger können nun Müll loswerden

Saarbrücken. Paul Schmidt wollte nur ein altes Bügeleisen loswerden. Und er war mehr als verdutzt, als er im März an der Schranke des Wertstoffhofes in der Wiesenstraße in Malstatt abgewiesen wurde. Der Grund: Er war zu Fuß. "Ich dachte nur, das darf nicht wahr sein", sagt er fassungslos Von SZ-Redaktionsmitglied Fabian Bosse

Saarbrücken. Paul Schmidt wollte nur ein altes Bügeleisen loswerden. Und er war mehr als verdutzt, als er im März an der Schranke des Wertstoffhofes in der Wiesenstraße in Malstatt abgewiesen wurde. Der Grund: Er war zu Fuß. "Ich dachte nur, das darf nicht wahr sein", sagt er fassungslos. "Wenn nur Autofahrer dort ihren Schrott abladen dürfen, was machen dann die Leute, die kein Auto haben?" Judith Pirrot, Sprecherin des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE), erklärt den Vorfall so: "Wir haben erst seit Ende April die Regel, dass auch Fußgänger bei uns abladen dürfen. Davor war das aufgrund der Gefahrenlage nicht möglich. Es muss sichergestellt werden, dass wir den Überblick behalten, wer sich gerade wo auf dem Gelände aufhält." Daher müssen sich Fußgänger und Radfahrer nun an der Schranke melden und werden dann auf eigene Gefahr hereingelassen. Allerdings dürfen sie nur maximal drei Teile abladen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen traf der ZKE nicht. Das heißt, wenn es gefährlich war, zu Fuß auf dem Wertstoffhof unterwegs zu sein, ist es das heute auch noch. Pirrot dazu: "Viele rangieren mit ihren Pkw-Anhängern auf dem Gelände und sind dabei recht unerfahren." Auch könnten viele am Steuer eines größeren Wagen beim Rangieren nicht jeden Winkel einsehen. Erst vergangene Woche verunglückte ein Fußgänger auf einem Münchner Wertstoffhof tödlich. Das Gelände in der Wiesenstraße ist zirka 2000 Quadradmeter groß. Dorthin kommen pro Tag bis zu 600 Kunden. Sie können Schrott, Grünschnitt, Sperrgut und Schutt abliefern. Schadstoffe wie Farben, Lacke, Fotochemikalien, Säuren, Schädlingsvernichtungsmittel und Öle nimmt das Ökomobil entgegen, und zwar nur montags von 9 bis 17 Uhr. "Es gibt gesetzliche Vorgaben, wonach diese Stoffe nur in speziellen Behältern und Umgebungen gelagert werden dürfen. Auf dem Wertstoffhof haben wir nicht die Möglichkeiten, diese Vorgaben zu erfüllen", sagt Judith Pirrot. Für Grünschnitt hat die ZKE in der Schillstraße 65 in Malstatt eine weitere Annahmestelle eingerichtet. Geöffnet ist sie samstags von 8 bis 14 Uhr.




Auf einen BlickAuf dem Wertstoffhof können kostenfrei entsorgt werden: Altglas (aber keine Scheiben), Papier, Folien, Metalle, Altkleider, gelbe Säcke, Grünschnitt und Sperrgut bis einen Kubikmeter, Batterien, Elektroschrott (etwa Kühlschränke, E-Herde, Waschmaschinen, Leuchtstoffröhren).Das Ökomobil für Schadstoffe ist montags von 9 bis 17 Uhr dort. Kostenpflichtig sind unter anderem Sperrgut und Grünschnitt über einen Kubikmeter, Bauschutt und Kfz-Teile. fab