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Schlagersänger Michael Morgan
Auch der „deutsche Elvis“ hat noch Lampenfieber

Schlagersänger Michael Morgan ist gelernter Bäcker.
Schlagersänger Michael Morgan ist gelernter Bäcker. FOTO: Armin Zedler
Merzig. Seit 30 Jahren ist der Schlagersänger Michael Morgan aus Merzig im Show-Geschäft – und will nun zurück zu seinen saarländischen Wurzeln. Von Marko Völke

Mit der deutschen Version „Komm zurück zu mir“ des Take-That-Hits „Back for Good“ schaffte es Michael Morgan 1994 auf den ersten Platz der „ZDF-Hitparade“. Auch in anderen TV-Sendungen war der in Merzig geborene Sänger Dauergast. Und wegen seines Looks wurde er der „deutsche Elvis“ genannt. „Lange nichts von ihnen gehört“, werde er heute oft angesprochen, plaudert Morgan im SZ-Gespräch. Dabei sei er eigentlich nie weg gewesen.



Gerade hat Morgan, 49, sein 30-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Zu diesem Anlass veröffentlichte er das Best-of-Album „Besser“. Er ist viel unterwegs, tritt auf Galas und Schlagerparaden auf. Seine aktuelle Single „Alles auf Rot“ werde von vielen Radiosendern rauf und runter gespielt. „Nur leider nicht in meiner Heimat“, bedauert er. Denn auf den saarländischen Wellen höre man so gut wie keinen Schlager mehr. Früher war der Saarländer auch oft in Sendungen von Dieter Thomas Heck zu Gast. „Diese Plattform gibt es in der Form leider nicht mehr“, sagt er und ergänzt: „Heute gibt es so gut wie keine Musikshows mehr.“ Bei den wenigen Formaten, die noch existieren, träten immer die selben Künstler auf.

„Viele Kollegen haben aufgehört“, bedauert Morgan. Er sei dagegen dran geblieben – auch wenn es immer wieder mal Saure-Gurken-Zeiten gebe. Er schreibt und produziert seine eigenen Songs, für 2018 ist das nächste Album geplant. Auch für andere Sänger wie Andy Borg und Olaf Berger hat er schon gearbeitet. „So viel kann ich nicht falsch gemacht haben“, blickt er auf seine drei Jahrzehnte im Show-Geschäft zurück.

Nachdem der Musiker 16 Jahre lang in Hennef bei Köln gewohnt hat, ist er nun wieder in seine Geburtsstadt Merzig zurückgekehrt. Als „saarländischer Bub“ möchte er sich in die regionale Kulturszene einbringen, sucht den Kontakt zu Veranstaltern, um nicht nur außerhalb seines Bundeslandes auf der Bühne zu stehen. So hat er am 11. November einen Auftritt im „Victor‘s Residenz Hotel“ Saarlouis initiiert. Zu der schon fast ausverkauften Gala mit Vier-Gänge-Menü haben sich Fans aus ganz Deutschland angekündigt. „Ich habe großes Lampenfieber, aber sobald ich auf der Bühne stehe, ist alles okay“, verrät er.

Auch in seiner Geburtsstadt tritt er heute wieder regelmäßig auf. Am 10. Dezember singt er auf dem Merziger Weihnachtsmarkt. Vor seiner Haustür hat seine Karriere übrigens 1979 im Einkaufszentrum „Hela“ angefangen als er elf Jahre alt war. „Damals habe ich die Schule geschwänzt“, blickt er zurück. Spontan fragte Morgan einen Promoter, der Werbung für Kekse machte: „Darf ich mal Ihr Mikro haben?“ und sang „Buenos Dias Argentina“. 14 Tage später stand er zum ersten Mal in einem Studio. Denn der Moderator Gene Williams war selbst Sänger.

Seinen ersten Plattenvertrag hat er erst sieben Jahre später, mit 18 Jahren, unterschrieben. Vorher absolvierte er noch eine „seriöse Ausbildung“, wurde sogar als „Saarlands bester Bäcker“ ausgezeichnet. „Aber ich wollte unbedingt in die Musikbranche“, sagt er. Mit seinem Titel „Komm steh wieder auf“ schaffte er es 1993 zum ersten Mal auf Platz eins der „ZDF-Hitparade“. Mit dem TV-Auftritt gelang dem Schlagersänger der Durchbruch. Auch ohne die großen Fernseh-Shows ist der 49-Jährige immer noch im Geschäft.