| 20:11 Uhr

Archepark braucht Zeit

Naturpark-Mitarbeiter Sepp Maurer füttert das Damwild, darunter den sehr hellen Hirschen. Fotos: aki
Naturpark-Mitarbeiter Sepp Maurer füttert das Damwild, darunter den sehr hellen Hirschen. Fotos: aki
Obersalbach. Mehrfach berichtete die Saarbrücker Zeitung im Jahr 2011 über die Absicht der Gemeinde Heusweiler und des Vereins zur Förderung der Naherholung und des Naturschutzes Obersalbach, im Naturpark Kallenborn einen Lebensraum für mindestens fünf vom Aussterben bedrohte Haustierrassen anzulegen

Obersalbach. Mehrfach berichtete die Saarbrücker Zeitung im Jahr 2011 über die Absicht der Gemeinde Heusweiler und des Vereins zur Förderung der Naherholung und des Naturschutzes Obersalbach, im Naturpark Kallenborn einen Lebensraum für mindestens fünf vom Aussterben bedrohte Haustierrassen anzulegen. Zu den bereits angesiedelten Thüringer Waldziegen und zwei seltenen Hühner-Rassen sollten vorläufig noch Schweine, Schafe und Kaninchen hinzukommen.Die Haltung und Zucht von mindestens fünf Rassen ist nach Vorgabe der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) notwendig, um die Anerkennung als so genannter Archepark zu erhalten. Wie Paulus berichtet, hat die Gemeinde Heusweiler im Herbst vorigen Jahres von einem Züchter in Freiburg zwei Häsinnen und einen Rammler der Kaninchenrasse "Meißner Widder" erworben und an den Förderverein übergeben. Mitglieder des Vereins und Bürgerarbeiter bauten das frühere Fasanen-Gehege zum Zweck der Kaninchenhaltung und -zucht um und errichteten ein Hasendorf. Laut Hans Paulus vom Förderverein haben sich die drei Schlappohren mittlerweile gut im Kallenborn eingelebt. Demnächst sollen sie und ihr Zuhause der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Paulus kümmert sich hauptverantwortlich um die Tiere des Parks und wird dabei von vier im vorigen Jahr eingestellten Bürgerarbeitern unterstützt.



Zu den baulichen Veränderungen im Naturpark gehört die bereits vollendete Erneuerung der Brücke über den Salbach im Bereich des Ziegengeheges durch das THW Heusweiler sowie der geplante Neubau der großen Brücke über die Schlucht, ebenfalls durch das Technische Hilfswerk. Zu diesem Gewerk gibt die RAG 3000 Euro dazu, weil die Standsicherung durch Einwirkungen des Kohleabbaus gefährdet wurde, wie eine Überprüfung von Experten ergab. Zudem soll bald noch eine zusätzliche Weidefläche eingezäunt werden.

Geplant ist darüber hinaus, einen anderen Zuweg als den vorhandenen über die Straße Zum Kallenborn künftig anzulegen. Der Umweltexperte der Gemeindeverwaltung gibt zu bedenken, dass für die Fertigstellung des Archeparks kein exakter Termin genannt werden könne: "Wir müssen unser Vorhaben schon aus finanziellen Gründen in Etappen verwirklichen. Der Naturpark hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 1973 ebenfalls nur in kleinen Schritten weiterentwickelt." aki

naturpark-kallenborn.de

Auf einen Blick

Die Idee, im Kallenborner Wäldchen den Naturpark anzulegen, hatte 1966 der damalige Obersalbacher Bürgermeister Ferdi Bossmann. Erste Wege wurden angelegt, ab 1973 auch Weiher und Gehege. 1973 wurde der Verein zur Förderung der Naherholung und des Naturschutzes Obersalbach gegründet. 1983 wurde "Haus Kallenborn" fertig, der Erlös der Gaststätte dient dem Erhalt des Parks. Öffnungszeiten: sonn- und feiertags 9.30 bis 18 Uhr, mittwochs 15.30 bis 19 Uhr. aki

Das im vorigen Sommer geborene weiße Hirschkälbchen im Obersalbacher Naturpark Kallenborn.
Das im vorigen Sommer geborene weiße Hirschkälbchen im Obersalbacher Naturpark Kallenborn.
Naturpark-Mitarbeiter Sepp Maurer füttert das Damwild, darunter den sehr hellen Hirschen. Fotos: aki
Naturpark-Mitarbeiter Sepp Maurer füttert das Damwild, darunter den sehr hellen Hirschen. Fotos: aki
Das im vorigen Sommer geborene weiße Hirschkälbchen im Obersalbacher Naturpark Kallenborn.
Das im vorigen Sommer geborene weiße Hirschkälbchen im Obersalbacher Naturpark Kallenborn.