| 00:00 Uhr

Arbeiten unter Zeitdruck

Jägersfreude. Im Moment werden die alten Widerlager an der St. Johanner Straßenbrücke in Jägersfreude mit schwerem Gerät abgebaut. Die provisorische Fußgängerbrücke soll Mitte August wieder freigegeben werden. Von SZ-Mitarbeiter Dennis Langenstein

"Zurzeit wird das alte Widerlager auf Herrensohrer Seite an der St. Johanner Straßenbrücke mit Meisel- und Scherenbagger zurückgebaut", erklärt Robert Mertes, Bürgerreferent der Stadt Saarbrücken. Die technischen Geräte würden eingesetzt, um möglichst wenig Schäden im Umfeld zu verursachen, denn die Werkzeuge der Maschinen verhindern, dass "die Brocken zu weit fliegen", wie Mertes weiter erklärt. Bis Anfang August sollen diese Arbeiten erledigt sein, dann will man sich der Jägersfreuder Seite widmen.

Sind die alten Widerlager aus dem Jahr 1854 zurückgebaut, können das Fundament gelegt und auch die neuen Widerlager errichtet werden. Im Anschluss folgt ein sogenanntes Leergerüst. Dieses lässt genügend Platz unterhalb der Brücke, damit der Bahnverkehr ungehindert fortgesetzt werden kann. Auf dem Gerüst wird schließlich die Verschalung errichtet, in der das neue Brückenelement gegossen wird.

Durch den notwendigen Bahnbetrieb wird dies allerdings eineinhalb Meter über der letztendlichen Position des Brückenelements passieren. Durch Hydraulikpressen wird es schließlich an Ort und Stelle abgesenkt, wie Mertes erklärt. Für den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten sei jedoch eine genaue Planung und Organisation der Baustelle notwendig. Durch den ständigen Bahnverkehr könne beispielsweise das Gerüst nur in den Nachtsperrpausen der Bahn errichtet werden. Dabei bleiben den Arbeitern oftmals nur wenige Stunden Spielraum.

Auch an der provisorischen Fußgängerbrücke, die seit Anfang Juni gesperrt ist, werde weiterhin gearbeitet, wie Mertes versichert. Allerdings wurden auf Jägersfreuder Seite in der Böschung bisher unbekannte Bahnkabel entdeckt, die zuerst umverlegt werden müssten, bevor die Erdarbeiten beginnen können. Hier hätte die Deutsche Bahn jedoch schnell reagiert, so dass bei der Landeshauptstadt darauf gehofft wird, dass die Bürger den Fußgängerüberweg ab der zweiten Augustwoche nutzen können. Die neue St. Johanner Straßenbrücke soll im September 2014 fertig sein. Die gesamte Baumaßnahme kostet etwa 1,5 Millionen Euro.