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Anders, aber ein Teil unserer Gesellschaft

Saarbrücken. Dass Menschen, die mit Downsydrom geboren worden sind, zwar anders, aber dennoch normal und ein Teil unserer Gesellschaft sind, dafür will der Verein "Saar 21 Down-Syndrom Saarland" die Öffentlichkeit sensibilisieren. Mütter von Downsyndrom-Kindern gründeten im März 2006 den Verein Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg

Saarbrücken. Dass Menschen, die mit Downsydrom geboren worden sind, zwar anders, aber dennoch normal und ein Teil unserer Gesellschaft sind, dafür will der Verein "Saar 21 Down-Syndrom Saarland" die Öffentlichkeit sensibilisieren.


Mütter von Downsyndrom-Kindern gründeten im März 2006 den Verein. Mit Foto-Ausstellungen, Jahreskalendern von behinderten und nicht-behinderten Geschwisterkindern, kostenlos ausliegenden Lesezeichen am Welt-Downsyndrom-Tag (21. März) und der Präsenz auf Kinderfesten will der Verein über die genetisch bedingte Veranlagung informieren und Vorurteile in der Bevölkerung abbauen. Constanze Olbrich, erste Vorsitzende des Vereins und selbst betroffene Mutter kennt die Vorbehalte gegenüber Menschen mit Downsyndrom: Sie sind dumm, können kaum etwas und man kann ihnen nichts zutrauen.

So sehr dem Verein der Abbau von Vorurteilen ein Anliegen ist, so wichtig sind ihm auch jene Mütter, die ein Kind mit der Diagnose Downsyndrom zur Welt gebracht haben. "Für Eltern ist das erst einmal ein Schock", sagt Olbrich. Oft hätten Ärzte große Mühe sich in die betroffenen Mütter hineinzuversetzen. Deshalb hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht Frauen im Klinikum Saarbrücken und am Uniklinikum in Homburg in dieser Situation nicht allein zu lassen. Ein Vorstandsmitglied besucht die betroffenen Mütter, versucht sie aufzufangen, sie zu beraten und ihnen Zuversicht zu geben. Etwa am Uniklikum in Homburg hat der Verein zum leitenden Kinderarzt sehr gute Beziehungen. Falls eine Mutter mit einer Downsyndrom-Geburt Hilfe und Beratung erwünsche, rufe der Kinderarzt ein Vorstandsmitglied an.



Abgesehen von seiner regen Öffentlichkeitsarbeit lädt der Verein seine Mitglieder zu regelmäßigen Elterntreffen ein, veranstaltet Eltern-Kind-Nachmittage, richtet Advents- und Sommerfeiern aus und bietet Familienausflüge an. Darüber hinaus will der Verein "Saar 21 Down-Syndrom Saarland" mit rund 45 Mitgliedern in Zukunft noch stärker einen Schwerpunkt auf die Integration behinderter Kinder in den Regelschulen setzen. Längerfristig hat sich der saarländische Verein ein Großprojekt vorgenommen: den Aufbau eines Down-Syndrom-Therapiezentrums im Saarland, sozusagen eine zentrale Anlaufstelle für alle Eltern von Kindern mit Downsyndrom.

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