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Zahlen der Landesregierung
An sieben Grundschulen gibt es keinen Schwimmunterricht

 Die Teilnahme am Schwimmunterricht ist im Saarland grundsätzlich für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.
Die Teilnahme am Schwimmunterricht ist im Saarland grundsätzlich für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. FOTO: dpa / Georg Wendt
Saarbrücken. Viele Bäder wurden seit 2003 dichtgemacht. An den allermeisten der 162 Grundschulen findet der Unterricht im Wasser aber nach Lehrplan statt. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Trotz der Schließung von acht Hallenbädern, fünf Freibädern und 17 Lehrschwimmbecken in den vergangenen 15 Jahren kann an den allermeisten Grundschulen ein geregelter Schwimmunterricht stattfinden. Nach einer Abfrage der Landesregierung gab es in den vergangenen drei Jahren an 154 der 162 Grundschulen regelmäßigen Schwimmunterricht nach Lehrplan. Eine Grundschule hatte sich an der Abfrage nicht beteiligt, wie die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dennis Lander mitteilte.


An sieben Grundschulen wurde vorübergehend kein Schwimmunterricht angeboten, weil kein Bad erreichbar war, die nahegelegenen Schwimmbäder keine freien Kapazitäten hatten oder keine Lehrer mit ausreichender Qualifikation zur Verfügung standen. Dabei handelte es sich um die Wilhelm-Heinrich-Grundschule in Großrosseln, die Grundschule Lehbesch in Ottweiler, die Grundschule Neumünster in Ottweiler, die Montessori-Grundschule-Humes in Eppelborn, die Private Forscherschule Bietzen in Merzig, die Grundschule St. Oranna in Überherrn sowie die Grundschule Gutberg in Saarwellingen.

Die Landesregierung weist aber darauf hin, dass neben dem im Lehrplan verankerten Schwimmunterricht auch die Möglichkeit besteht, mit Vereinen im Rahmen der Projekte „Sicher Schwimmen“ oder „Kooperationen Schule und Verein“ Arbeitsgemeinschaften anzubieten, die finanziell gefördert werden. Einige Grundschulen nutzten diese Gelegenheiten, um zusätzlichen Schwimmunterricht anzubieten.



Der Lehrplan für die Grundschulen macht keine festen Vorgaben, in welcher Schulklasse Schwimmen unterrichtet wird und auch nicht, in welchem Umfang. Die Gestaltung sei vielmehr „von den räumlichen Voraussetzungen der einzelnen Schulen und dem Lernstand der Gruppe abhängig“. Für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sieht der Lernplan das Bewegungsfeld „Bewegen im Wasser“ verbindlich für die Klassenstufen 5 und 6 und fakultativ für die Klassenstufe 9 vor. Der Erlass über den Schwimmunterricht vom 21. März 2003 („Der Schwimmunterricht ist Bestandteil des Sportunterrichts in allen Schulformen und Schulstufen“) sieht die verpflichtende Teilnahme für alle Schülerinnen und Schüler vor. Eine Erhebung über weiterführende Schulen, die keinen Schwimmunterricht anbieten, liegt der Landesregierung nach eigenen Angaben aber nicht vor.

Die Zahl der Schwimmbäder, in denen Grundschulen Schwimmunterricht erteilen können, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Gab es 2003 noch 38 Hallenbäder, so waren es 2015 noch 30. Auch die Zahl der Freibäder hat sich reduziert, von 44 auf 39. Die Zahl der Lehrschwimmbecken hat im gleichen Zeitraum gar von 26 auf 9 abgenommen. Allein die Landeshauptstadt hat fünf Lehrschwimmbecken geschlossen, weitere wurden in Homburg (2), Heusweiler (2), St. Ingbert, Quierschied, Riegelsberg, Völklingen, Neunkirchen, Dillingen, Saarlouis und St. Wendel dicht gemacht.