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Als die FSG Oberligist wurde

Schiffweiler. Am 13. Mai jährt es sich zum 20 Von SZ-Mitarbeiter Ralf-Dieter Persch

Schiffweiler. Am 13. Mai jährt es sich zum 20. Mal, dass die FSG Schiffweiler den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feiern konnte: Ein Entscheidungsspiel vor über 4100 Zuschauern im Dillinger Parkstadion gegen den SV Saar 05 Saarbrücken um die Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga konnte man nach Elfmeterschießen für sich entscheiden und schaffte somit den Aufstieg in die damals drittklassige (heute fünfte Liga) Oberliga Südwest, der man dann insgesamt neun Jahre angehörte. Die Saison 1988/89 in der Verbandsliga Saar war ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden dominierenden Mannschaften FSG Schiffweiler und SV Saar 05, die beide die Runde mit 52:16 Punkten und somit zwölf Punkte vor dem Dritten FC Ensdorf abschlossen. Es sollte ein denkwürdiges Spiel werden. Jeder, der bei dieser Partie live dabei war, hat sie sicherlich bis zum heutigen Tag nicht vergessen. Die Verantwortlichen des VfB Dillingen hatten für eine perfekte Organisation gesorgt, die Kulisse war prächtig und auch der Wettergott hatte Sonnenschein geschickt. Was dann aber die von Helmut Wittig und Frank Holzer trainierten Teams boten, stellte alles in den Schatten. Der quirlige Heiko Kämpf hatte auf der rechten Seite viel Freiraum, und Manndecker Rainer Heylmann schaltete sich ebenfalls ins Angriffsspiel ein. Die Folge war das 1:0 (29.) durch Torjäger Michael Weyrich, der Saar 05-Keeper Ferdi Schwarz keine Chance ließ. Nach der Pause kamen die Landeshauptstädter hoch motiviert aus der Kabine und Claus-Dieter Osthoff glich nach einem Freistoß von Joachim "Jo" Brehmer aus. Aber bereits drei Minuten später konnte einer der besten Akteure auf dem Feld, Jürgen Schneider, von Martin Schwartz nur noch mit einem Foul im Strafraum gebremst werden. FSG-Kapitän Karl Gerber verwandelte sicher zum 2:1. Die 90 Minuten waren vorbei und Innenminister Friedel Läpple wartete mit einem Blumenstrauß an der Seitenlinie, um zu gratulieren. Schiri Klein aus Bous pfiff, allerdings nicht zum Spielende, sondern Freistoß für Saar 05. Und Joachim Brehmer versenkte die Kugel im Netz: Ausgleich und Verlängerung. Helmut Wittig erinnert sich: "Wir waren zu diesem Zeitpunkt stehend k.o. Nach dem schweren Spiel drei Tage vorher in Lebach waren wir mit den Kräften am Ende, aber meine Jungs haben dann phantastisch gekämpft". Das Spiel sollte an Spannung nichts einbüßen. Zuerst fabrizierte Saar 05 durch Claus-Dieter Osthoff ein Eigentor (96.), eine Minute später konnte Walter Simon ausgleichen. Somit musste ein Elfmeterschießen entscheiden, wer in die Oberliga Südwest aufsteigt. Bereits der erste Saarbrücker Elfmeter von Jörg Knauber landete am Pfosten. Schiffweiler gab sich keine Blöße und als Georg Müller mit dem letzten Saarbrücker Strafstoß an Markus Petry scheiterte, war die Entscheidung gefallen. Der Jubel bei den zahlreichen Schiffweiler Fans kannte keine Grenzen. Die Aufstellung der FSG Schiffweiler am 13. Mai 1989: Markus Petry, Rainer Heylmann (69. Franco Moro), Jörg Valeske, Wolfgang Weyrich, Markus Baldes, Karl Gerber, Stefan Recktenwald, Jürgen Schneider, Helmut Wittig (71. Marcel König), Michael Weyrich, Heiko Kämpf.