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Albert Haberer hält die Zeit an

"Andalusien (Weißes Dorf)" 2002, Kasein auf Pappe, von Albert Haberer. Foto: Stadtmuseum St. Wendel
"Andalusien (Weißes Dorf)" 2002, Kasein auf Pappe, von Albert Haberer. Foto: Stadtmuseum St. Wendel
Dillingen. Albert Haberer kam 1933 in St. Ingbert zur Welt. Er lebt und arbeitet heute in St. Wendel. Nach dem Abitur studierte er Malerei bei Boris Kleint und Karl Kunz am Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung an der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken, absolvierte gleichzeitig ein Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität des Saarlandes

Dillingen. Albert Haberer kam 1933 in St. Ingbert zur Welt. Er lebt und arbeitet heute in St. Wendel. Nach dem Abitur studierte er Malerei bei Boris Kleint und Karl Kunz am Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung an der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken, absolvierte gleichzeitig ein Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität des Saarlandes. Von 1960 bis 1996 wirkte Haberer als Kunsterzieher am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel.Standen seine frühen Arbeiten noch stark unter dem Einfluss expressionistischer Farben- und Formensprache, zeichnet sich bereits in den 1960er Jahren die Hinwendung zu einer klaren, Flächen betonenden Bildgestaltung ab. Eine seltsame Aura der Verlassenheit geht von seinen Gebirgs- und Wüstenlandschaften aus. Wenige Grau- und Brauntöne erscheinen vor fahlem Himmel, die Szenen sind in ein kaltes, unwirkliches Licht getaucht. Seltsam unnahbar muten auch Haberers Stadtansichten an. In weite Ferne gerückt oder über hohen Mauern erhoben, gleichen sie uneinnehmbaren Festungen. Den kahlen, stark überblendeten Flächen stehen tiefe Schattenschluchten gegenüber. Es scheint, als sei in den Landschaften von Albert Haberer die Zeit stehen geblieben.


In anderen Werken setzt sich der Künstler nicht selten ironisch mit literarischen, politischen und gesellschaftlichen Themen auseinander, greift dabei auch gerne auf die Techniken der Collage oder Montage zurück. Neben seiner Lehrtätigkeit trat Haberer lange Jahre auch öffentlich als Kunstpädagoge und -vermittler in Erscheinung. So etwa als Vorsitzender der Lehrplankommission "Kunst" auf Landesebene oder als Vorsitzender der Landesfachkonferenz "Bildende Kunst für das Gymnasium". Als Mitbegründer der Galerie im Zwinger schuf er zusammen mit einigen Kollegen ein Forum für zeitgenössische Kunst und Künstler.

1999 wurde Albert Haberer für sein Lebenswerk mit dem Mia-Münster-Preis der Stadt St. Wendel ausgezeichnet. red

Die Ausstellung wird am Sonntag, 10. Juni, um elf Uhr eröffnet. Die Einführung hält Dr. Ulrich Meisser. Ausstellung bis 1. Juli. Altes Schloss Dillingen, Schlossstraße, Dillingen. Öffnungszeiten: Donnerstags, freitags, samstags von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr.