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Atomkraftwerk im Elsass
AKW Fessenheim schaltet wegen Hitze Reaktor ab

Fessenheim. Wegen der Hitze am Oberrhein hat der staatliche Energiekonzern Electricité de France (EDF) am Wochenende einen der beiden Druckwasserreaktoren am AKW Fessenheim ganz abschalten und die Leistung des zweiten Reaktors weiter drosseln müssen. Von Jürgen Lorey

Grund war nach Medienberichten ein weiterer Anstieg der Wassertemperatur des Grand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal) oberhalb der Entnahmestelle des Kühlwassers für das AKW auf über 26 Grad.


Fessenheim verfügt über keine Kühltürme zum Kühlen der zwei Reaktoren, sondern entnimmt dazu das Wasser aus dem parallel zum Rhein verlaufenden Kanal und leitet es dort wieder hinein. Das Wasser im Rheinseitenkanal darf sich durch die Einleitung von Kühlwasser nicht auf über 28 Grad erwärmen.

Das AKW Fessenheim südlich von Colmar ging 1977 in Betrieb. Es ist das älteste noch laufende Atomkraftwerk in Frankreich. Es gilt bei Kritikern als Sicherheitsrisiko und „Pannenreaktor“. Die Bundesregierung drängt seit langem auf die Schließung von Fessenheim.



Nach einem von der französischen Regierung und EDF immer wieder bestätigten Plan soll es erst vom Netz gehen, wenn der neue Europäische Druckwasserreaktor in Flamanville an der Westküste der Halbinsel Cotentin in der Normandie den Betrieb aufnimmt. Dessen Inbetriebnahme verzögerte sich immer wieder, vor allem wegen defekter Schweißnähte. Nun ist von frühestens Ende 2019 die Rede.