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Aktiv gegen Probleme in medizinischer und pflegerischer Versorgung

Merzig-Wadern. Von Problemen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung dürfte auch der Kreis Merzig-Wadern nicht verschont bleiben. Dem entgegensteuern will eine neu gegründete Arbeitsgruppe mit verschiedenen Beteiligten. red

Um den "sich bereits jetzt abzeichnenden Problemen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum" zu begegnen, haben sich verschiedene Akteure im Landkreis Merzig-Wadern in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Dies teilt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Saarland mit. An der Moro-AG ,,Medizinische Versorgung und Sicherungssysteme für ältere Menschen" beteiligen sich der Landkreis Merzig-Wadern, die Kassenärztliche Vereinigung Saarland, das Amt für soziale Angelegenheiten, die Saarschleife-Seniorenresidenz Orscholz, die SHG-Klinik Merzig, der Pflegestützpunkt Merzig, das auf Raumplanung spezialisierte Firu-Institut aus Kaiserslautern sowie die Koordinierungsstelle Moro. Moro steht für "Modellvorhaben der Raumordnung" und stellt ein Aktionsprogramm des Bundes für regionale Daseinsvorsorge dar. Gemeinsam haben die Beteiligten ein ,,Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge" entwickelt, in dem sie nach eigenem Bekunden "Handlungsbedarfe definiert und Strategieziele formuliert haben, um mögliche Ideen und Maßnahmen entwickeln zu können".

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf bestehe zum Beispiel in der Sicherung der haus- und fachärztlichen Versorgung, in der Schaffung beziehungsweise Erhaltung von gut erreichbaren Versorgungs- und Service-Einrichtungen, aber auch im Erhalt des öffentlichen Nahverkehrs oder der Entwicklung neuer Angebotsformen.

Einig sind sich die Akteure laut der Mitteilung der KV, "dass Kliniken, Ärzte, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Sozialdienste, Krankenkassen, Beratungsdienste et cetera enger vernetzt werden müssen, um sich abzeichnende oder bereits bestehende Versorgungslücken zu schließen". Hierzu müsse sowohl auf professionelle und gewerbliche Dienste zurückgegriffen werden, gleichzeitig würden aber auch Bürgerdienste auf ehrenamtlicher Basis immer wichtiger.

Innovative Konzepte

,,Vielerorts bestehen bereits Strukturen, Beratungs- oder Hilfsmöglichkeiten, oft sind die Bürger darüber aber nicht ausreichend informiert", erklärt Dr. Joachim Meiser, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland. ,,Gleichzeitig muss unsere aktuell noch sehr gute Gesundheits- und Pflegestruktur durch neue innovative Konzepte für die Zukunft gehalten und weiter optimiert werden. Dazu gehört für uns auch die Entlastung der vor Ort vorhandenen Ärzte und die erfolgreiche Anwerbung von jungen Ärzten." Deshalb gehe die KV aktiv auf Landkreise und Gemeinden zu, um auf diesen Punkt aufmerksam zu machen.

,,Wir sind auch auf die Unterstützung der Landkreise und der Gemeinden angewiesen, um attraktive Niederlassungsmöglichkeiten für junge Ärzte bieten zu können. Deshalb bringen wir unsere Kompetenz gerne in Projekte wie Moro ein."