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Bildungspolitik
Streit über Lehrmethoden im Rechtschreib-Unterricht

Saarbrücken. Die Lehrer an den 160 saarländischen Grundschulen können auch künftig frei entscheiden, welche Methoden sie bei der Vermittlung der Rechtschreibung nutzen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die AfD hatte beantragt, die umstrittene Methode „Lesen durch Schreiben“ zu verbieten. Dabei sollen Schüler möglichst viel frei schreiben und das Lesen darüber mitlernen. Korrekturen falsch geschriebener Wörter sind unerwünscht, weil das die Kinder angeblich demotiviert. Rudolf Müller (AfD) nannte dies „pädagogisch falsch“, eine „unterlassene Hilfeleistung“ und „pervers“. Jürgen Renner (SPD) erklärte, die Methode als solche werde im Saarland gar nicht angewandt und könne daher auch nicht verboten werden. Im Saarland gebe es einen Methoden-Mix. Laut Frank Wagner (CDU) wird im Saarland lediglich die Anlaut-Tabelle als Ergänzung der klassischen Fibel-Methode genutzt. Die pädagogische Freiheit sei wichtig, damit Lehrer ihre Methode je nach Schülerklientel wählen könnten. Barbara Spaniol (Linke) sagte, anstatt Methoden zu verbieten, müsse der Landtag die Unterrichtsbedingungen verbessern.