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Bundeswehr-Tradition
AfD fürchtet Umbenennung von Kasernen im Saarland

In Hannover wurde eine Kaserne umbenannt, die AfD fürchtet dies nun auch im Saarland.
In Hannover wurde eine Kaserne umbenannt, die AfD fürchtet dies nun auch im Saarland. FOTO: Holger Hollemann / dpa
Saarbrücken. Die AfD im Landtag warnt vor einer Umbenennung von Bundeswehr-Kasernen im Saarland – auch wenn deren Bezeichnungen überhaupt nicht zur Diskussion stehen. Anlass für die Wortmeldung der Fraktion ist der vor wenigen Tagen vorgestellte neue Traditionserlass der Bundeswehr, der die über 60-jährige Geschichte der Bundeswehr zum Kern der Traditionspflege erklärt. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik


Die AfD hält diese Überarbeitung der Fassung von 1982 für überflüssig. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stehe es nicht zu, „von oben herab ohne notwendige Diskussion in ideologisch verblendeter Form gegen den Willen weiter Teile der Truppe Militärtraditionen, wie sie in allen demokratischen Armeen Europas gepflegt werden, in den Mülleimer der Geschichte zu werfen“.

Im Zusammenhang mit dem neuen Traditionserlass war kürzlich eine Kaserne in Hannover umbenannt worden: Statt nach dem preußischen General Otto von Emmich, dem Kriegsverbrechen im Ersten Weltkrieg vorgeworfen werden, ist die Liegenschaft nun nach Tobias Lagenstein benannt, der 2011 im Afghanistan-Einsatz bei einem Anschlag starb. Diese Umbenennung, fürchtet die AfD, werde „der Auftakt zu einer weitgreifenden Umbenennungsaktion werden, wobei in letzter Konsequenz auch zum Widerstand gehörende Offiziere, nach denen Kasernen benannt werden, durch Umbenennung in ihrer Ehre diskreditiert werden könnten“. Allerdings: Der militärische Widerstand gegen das Hitler-Regime wird im neuen Traditionserlass explizit als traditionswürdig anerkannt.

Die Graf-Werder-Kaserne in Saarlouis und die Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach sind jeweils nach preußischen Offizieren des 19. Jahrhunderts benannt, die dritte saarländische Kaserne in Merzig trägt den Namen „Auf der Ell“.