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Bildung
AfD-Antrag zum Lehrer-Einsatz abgelehnt

Saarbrücken. CDU, SPD und Linke haben gestern im Landtag das Ansinnen der AfD abgelehnt, den Einsatz der Lehrer im Saarland neu zu ordnen. Nach Ansicht von AfD-Fraktionschef Josef Dörr sollte in Zukunft nicht mehr das Bildungsministerium entscheiden, welcher Lehrer an welcher Schule unterrichtet, sondern die Schulträger, also Städte, Gemeinden und Landkreise. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Es sei „eine missliche Situation“ und ein „unnatürlicher Zustand“, dass jede Schule zwei Herren habe, nämlich den Schulträger und das Bildungsministerium. „Einfacher und günstiger wäre es, wenn der Schulträger gleichzeitig auch den Lehrer-Einsatz macht“, sagte Dörr.


Die übrigen Fraktionen kritisierten Dörrs Vorschlag als völlig praxisuntauglich. Jürgen Renner (SPD) sagte, wenn ein Grundschullehrer sichergehen wolle, eine Stelle zu bekommen, müsste er sich künftig bei 52 Schulträgern bewerben. „Das ist ein Wahnsinn, den Sie für dieses kleine Land beantragen.“

Renner und sein CDU-Kollege Frank Wagner warnten vor Chaos und deutlich mehr Bürokratie, wenn sich jeder Schulträger selbst um den Lehrereinsatz kümmern müsse. Die rechtssichere Auswahl von Kandidaten, die Analyse des Bedarfs an Lehrern oder Versetzungen oder Vertretungen seien für Kommunen und Kreise nicht zu regeln. „Das macht überhaupt keinen Sinn“, sagte Wagner. Die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol forderte von der AfD „ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit in bildungspolitischen Fragen“.