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Nach Hygiene-Aktion
Ärztekammer-Präsident fordert mehr Pflegekräfte

Saarbrücken. (kir) Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Mischo hat bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte in Krankenhäusern angemahnt – auch damit mehr Zeit für Hygiene-Maßnahmen wie eine regelmäßige Hände-Desinfektion bleibt. Die zunehmende Arbeitsbelastung der Pflegekräfte führe dazu, dass sich diese Maßnahmen nicht in idealem Umfang umsetzen ließen, sagte Mischo der SZ. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

(kir) Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Mischo hat bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte in Krankenhäusern angemahnt – auch damit mehr Zeit für Hygiene-Maßnahmen wie eine regelmäßige Hände-Desinfektion bleibt. Die zunehmende Arbeitsbelastung der Pflegekräfte führe dazu, dass sich diese Maßnahmen nicht in idealem Umfang umsetzen ließen, sagte Mischo der SZ.


Die Pflegekräfte seien in einer „permanenten Zwickmühle“, weil sie sich beispielsweise entscheiden müssten, ob sie einem Patienten helfen, der geklingelt hat, oder sich die Hände desinfizieren. „Bisher können die Probleme durch das hohe Engagement der Beschäftigten so aufgefangen werden, dass in den Statistiken nichts zu spüren ist“, sagte Mischo. Die Zahl der Wund-Komplikationen sei sogar deutlich zurückgegangen. „Das heißt aber nicht, dass man das Problem kleinreden darf.“ Es müsse intensiv daran gearbeitet werden, den aktuellen Stand nicht nur zu halten, sondern weiter zu verbessern. Dabei spiele auch regelmäßige Hände-Desinfektion eine Rolle.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag mit einer Aktion in landesweit 16 von 22 Krankenhäusern auf den Zusammenhang von Personalmangel und der Nicht-Einhaltung von Hygiene-Vorschriften hingewiesen. Der Berufsverband der Hygiene-Inspektoren hatte daraufhin von „Effekthascherei“ gesprochen; es gebe kein grundsätzliches Hygiene-Problem in Krankenhäusern.



Kammerpräsident Mischo begrüßte es, dass das Thema jetzt öffentlich diskutiert wird. Er schloss sich der Forderung nach Personalvorgaben für alle Stationen an. Unter Mitarbeitern im Gesundheitswesen gebe es einen überdurchschnittlich hohen Krankenstand. „Das ist ein Indiz für eine erhebliche Belastung oder sogar eine Überlastung“, so Mischo. Zusätzliches Personal müsse jedoch auch finanziert werden. Er sei nicht so naiv zu glauben, dass die Krankenhäuser das selbst finanzieren könnten.