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Ärger um illegale Kleider-Container

Wehrden/ Heidstock. Eine Firma mit unbekannter Adresse hatte auf privaten Völklinger Flächen illegal Kleider-Sammelcontainer aufgestellt. Die Grundstückseigentümer versuchten, die Dinger wieder loszuwerden, zunächst vergeblich (wir berichteten). Doch gestern wurde ein Container entfernt - ganz still und heimlich. Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Wehrden/ Heidstock. Manfred Becker hatte es getroffen: Auf seinem unbebauten Grundstück am Wehrdener Rauenhübel stand Mitte Februar urplötzlich ein Sammelcontainer für Kleider und Schuhe. Ohne sein Einverständnis; die Firma, deren Name und Postfach auf der großen weißen Blechkiste steht, hatte nicht einmal gefragt. Becker, erzürnt, tat, was er konnte, um den Container wieder loszuwerden. Das aber erwies sich als gar nicht so einfach (wir berichteten).

Nur Postfachadresse

Getroffen hatte es auch Ingrid Lusch. Die Völklingerin besitzt eine Fläche an der Heidstocker Gerhardstraße, die sie verpachtet hat. Pächterin Christine Ponath nutzt das Grundstück als Pferdekoppel und hat deshalb einen Elektrozaun drumherum gezogen. Den aber hat sie nicht auf die Grenze gesetzt, sondern etwas zurück, zwischen Zaun und (öffentlichem) Bürgersteig gibt es ein Streifchen privates Grün - und genau dort tauchte Ende Februar, Anfang März der illegale Container Nummer zwei auf. Derselbe obskure Firmenname wie bei Becker, dieselbe nie erreichbare Telefonnummer, dasselbe hessische Postfach. Und exakt dasselbe Problem: Wie Becker setzte auch Ingrid Lusch dem unbekannten Containerbesitzer per Brief an die Postfachadresse eine Frist, in der er den Container entfernen sollte. Hier wie dort haben die Eigentümer - auch mit Nachbar-Hilfe - versucht, herauszufinden, wem der Container gehört und wer ihn leert; "ich kam mir vor wie ein Detektiv", sagt Lusch. Hier wie dort gab es keine Reaktion.

Manfred Becker hat mittlerweile zur Selbsthilfe gegriffen, berichtet er auf SZ-Nachfrage. Am 10. März lief die Frist ab, die er gesetzt hatte. Am 13. März ließ Becker den Container abtransportieren. Ingrid Luschs Frist endete am 15. März. Mangels Lagermöglichkeit ließ sie den Container erstmal stehen. Aber dulden wollte sie ihn nicht. Denn ihrer Pächterin Christine Ponath war das Ding im Weg: Sie wollte die Wiese, die Wildschweine im Winter zerwühlt hatten, jetzt von einem Landwirt glätten lassen, berichtete sie gestern Mittag; doch der Bauer komme mit seinen großen Mulcher-Gerätschaften nicht an dem Container vorbei. "So kann ich die Pferde aber nicht auf die Wiese lassen", sagte sie, "ich kann die Koppel also gar nicht nutzen."

Heimlicher Abtransport

Sammelgut, erzählt sie, sei nicht nur im Container gelandet, sondern auch daneben in der Wiese, tütenweise, ein hässliches Schmuddelbild - "ich finde das eine Dreistigkeit", sagt sie voller Zorn auf die Unbekannten, die die Blechkiste aufgestellt haben. Die haben nun wohl gemerkt, dass ihnen Ärger droht. Jedenfalls war der Heidstocker Container gestern kurz vor 15 Uhr verschwunden, so plötzlich, wie er aufgetaucht war. Um einen Wiederholungsfall zu verhindern, hat Lusch jetzt mit Pächterin Ponath besprochen, dass der Zaun schleunigst versetzt werden soll - exakt auf die Grenze.

Bei Manfred Becker haben die Container-Leute es schwerer: Wo das Ding gelagert ist, hält er geheim. Er will den Eigentümer zwingen, seine Identität preiszugeben. Nur die Völklinger Polizei habe er genauer informiert, sagt er, damit ihm niemand vorwerfen könne, Container oder Sammelgut gestohlen zu haben. "Und jetzt harren wir mal der Dinge."