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| 20:28 Uhr

Advent vorbei, die Bäume brennen

Und der nächste Weihnachtsbaum fliegt ins Feuer. In St. Wendel wird Knut-Fest gefeiert. Foto: B&K
Und der nächste Weihnachtsbaum fliegt ins Feuer. In St. Wendel wird Knut-Fest gefeiert. Foto: B&K
St. Wendel. Bei eisigen Minusgraden riesige Nordmann-Tannen quer durch die St. Wendeler Innenstadt zu schleifen, sorgt bei manchen Anwohnern für Verwunderung. Doch Anja Regel, Petra Angel, Dietmar Fuchs und Christel Engel trotzen auf ihrem fünf Kilometer langen Fußmarsch zum Wendelinuspark sogar den fragendsten Blicken Von SZ-Mitarbeiterin Eva Reinhard

St. Wendel. Bei eisigen Minusgraden riesige Nordmann-Tannen quer durch die St. Wendeler Innenstadt zu schleifen, sorgt bei manchen Anwohnern für Verwunderung. Doch Anja Regel, Petra Angel, Dietmar Fuchs und Christel Engel trotzen auf ihrem fünf Kilometer langen Fußmarsch zum Wendelinuspark sogar den fragendsten Blicken. Ihr Ziel ist das vierte Knut-Fest des "Spinnrades" in Zusammenarbeit mit der Stadt St. Wendel. Dort können Besucher ihre alten Weihnachtsbäume entsorgen und gemeinsam in einem Festzelt feiern.Endlich mit ihrer Gruppe angekommen erklärt Anja Regel erleichtert: "Jetzt haben wir uns aber wirklich einen Belohnungsglühwein verdient" und nippt am wärmenden Getränk, während die beiden Nordmann-Tannen auf einem vier Meter hohen brennenden Baumstapel in Flammen aufgehen.

"Es sind insgesamt rund 1500 abgeschmückte Bäume. Das brennt schon ganz schön", erklärt Helfer Tobias Fries und lächelt. Daher sei das Feuer auch abgesichert. Im Abstand von rund acht Metern sei ein Zaun aufgebaut, damit die Besucher nicht zu nahe herantreten. Zudem dürfen diese ihre Bäume nicht selbst auf die Flammen werfen, sondern müssen die Arbeit den Helfern der St. Wendeler Feuerwehr überlassen. "Außerdem ist es zum Beispiel schwierig, das Feuer zu entfachen. Das Holz ist durch Regen und Schnee sehr nass und brennt nicht so gut", so Fries. Daher werde noch zusätzlich mit Bunsenbrennern nachgeholfen. Schwierig gestalte sich auch das Hochhieven der Bäume ins Feuer. "Der größte Baum, den wir bis jetzt hatten, war rund zweieinhalb Meter hoch. Das ist schon anstrengend", berichtet das Mitglied des Hirsteiner Löschbezirks. Dennoch mache es ihm sehr viel Spaß, denn die Atmosphäre und Stimmung seien sehr gut. "Es ist einfach schön hier. Wir haben auch einen Baum mitgebracht und wollten das große Feuer sehen. Vor allem die Kinder waren neugierig", berichtet Kerstin Schneider, die mit ihrem Mann Torsten und ihren Kindern Fabian, David und Jannis gespannt die lodernden Flammen betrachtet.

"Die Resonanz auf unseren Knut-Tag ist super. Diesmal sind es rund 400 Besucher. Ziel der Veranstaltung ist es, dass man sich auch im neuen Jahr gemeinsam trifft und einfach einen gemütlichen Abend miteinander verbringt", erklärt der Inhaber des "Spinnrades", Udo Schmitt. Daher werden auch Speisen, Getränke und Musik in einem beheizten Zelt angeboten. Die Grundidee des Festes sei dabei in abgewandelter Form von der skandinavischen Tradition des St.-Knut-Tages übernommen. In Schweden, Norwegen und Finnland ist dies der letzte Tag der Weihnachtszeit. Während diese in Deutschland bis zum Dreikönigstag dauert, endet sie in Skandinavien erst am 13. Januar. Dabei werden Kerzen und Schmuck innerhalb einer großen Feier von den Christbäumen entfernt und die Bäume anschließend aus den Wohnungen befördert.

Der gängigen Ansicht nach ist der Tag nach Knut IV. dem Heiligen, König von Dänemark, benannt. In abgewandelter Form findet diese Tradition mittlerweile auch in Deutschland immer mehr Anklang. Bekannt machte sie ein Fernsehwerbespot eines Möbelkonzerns. "Ich kenne das Knut-Fest auch aus dem Fernsehen. Ich habe sogar wirklich meinen Baum aus dem Fenster geworfen, bevor wir ihn hierher gebracht haben", erzählt Petra Angel und lacht. "Ich finde die Idee witzig und komme auf jeden Fall nächstes Mal wieder", fasst die St. Wendelerin die Veranstaltung zusammen.

Auch Leonie (4, links) und Robin (2) Müller sind gekommen, um ihre Bäumchen zu verbrennen. Foto: Thiel
Auch Leonie (4, links) und Robin (2) Müller sind gekommen, um ihre Bäumchen zu verbrennen. Foto: Thiel