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A 6-Anschluss mit kleiner Variante

Nach den Plänen der Landes- und Bundesbehörden soll beim Ausbau des Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach auf "drei Ohren" die Richardstraße von und nach Reiskirchen als Autobahnzubringer "abgehängt" werden, die Stadt befürchtet nun die Belastung alternativer Routen. Foto: Thorsten Wolf
Nach den Plänen der Landes- und Bundesbehörden soll beim Ausbau des Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach auf "drei Ohren" die Richardstraße von und nach Reiskirchen als Autobahnzubringer "abgehängt" werden, die Stadt befürchtet nun die Belastung alternativer Routen. Foto: Thorsten Wolf
Homburg. Nein, was die Homburger Stadträte und die Homburger Verwaltung am vergangenen Donnerstag in Sachen Ertüchtigung des bestehenden Autobahnanschlusses und eines möglichen Neubaus "Homburg-Ost" hören mussten, konnte sie wohl nicht wirklich befriedigen (wir berichteten) Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Nein, was die Homburger Stadträte und die Homburger Verwaltung am vergangenen Donnerstag in Sachen Ertüchtigung des bestehenden Autobahnanschlusses und eines möglichen Neubaus "Homburg-Ost" hören mussten, konnte sie wohl nicht wirklich befriedigen (wir berichteten). Der Satz "Ich fahre selbst nach Berlin" aus dem Mund von Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) war da nur einer von zahlreichen, für den im Stadtrat vortragenden Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) wenig schmeichelhaften Kommentaren. War schon die Bekanntgabe des Planungstandes zur B-423-Umgehung Grund für großen Ärger bei einigen Stadträten, so mochten die Absichten zum Umbau des bestehenden A 6-Anschlusses Homburg/Bexbach auch nicht wirklich begeistern. Zwar ist man hier im Planverfahren schon deutlich weiter, allerdings ist für viele die damit in Angriff genommene "Drei-Ohren-Lösung" nicht wirklich ausreichend - schon gar nicht hinsichtlich des zu erwartenden Verkehrsaufkommens nach der Erschließung des Industriegebiets Zunderbaum und noch viel weniger mit Blick auf das vorgesehene "Abhängen" der Reiskircher Richardstraße als Autobahnzubringer. Hier befürchten viele eine Verlagerung der rund 3000 Fahrzeuge (Zählung in 2005), die bis jetzt diese Strecke als Weg zur Autobahn nutzen, auf andere Routen, so die in Bruchhof oder Erbach. Diese "Gefahr" beurteilte Michael Hoppstädter, Direktor des LfS, als weniger dramatisch, "hier 500 Fahrzeuge mehr, da 500 Fahrzeuge mehr" - dies sei in der Relation zur Verkehrsentlastung in Reiskirchen vertretbar. Dem mochte Schöner nicht folgen. Dies sei eine Verschlechterung für Homburg, "das geht so nicht, meine Freunde", so der OB sichtlich verärgert.Schöner kritisierte auch grundsätzlich den zögerlichen Verlauf der seit Jahren laufenden Planungen zur Ertüchtigung des bestehenden Autobahnanschlusses, sprach von einem "Rumeiern" und davon, dass sich bis jetzt planungsseitig nicht wirklich etwas Entscheindes getan hätte. "Lasst uns doch endlich diesen Autobahnanschluss bauen" Die Antwort des LfS auf diesen Appell: Man müsse sich eben an Regularien halten. Zudem lägen viele Entscheidungen nicht in den Hand der Landesbehörde.


Christian Gläser, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, brachte zu Sprache, was viele dachten: Was wird mit der eigentlich angestrebten Vier-Ohren-Lösung? Macht eine parallele Planung zum derzeit laufenden Verfahren Sinn? Der LfS warnte mit Blick auf die fortgeschrittenen Planungen davor, an einer "Vier-Ohren-Lösung rumzubastlen" und verwies auf eine aktuelle Verkehrsuntersuchung, die eine Lösung mit vier Auf- und Abfahrten überflüssig machen würde.

Den Einwurf des Beigeordneten Rüdiger Schneidewind (SPD), dass eine "kleine Lösung" nur auf Basis eines neuen Autobahnanschlusses "Homburg-Ost" tragen würde, wies der LfS zurück. Und auch dieser von vielen gewünschte neue A 6-Anschluss, gegenwärtig nur eine Planzeichnung auf dem Papier, brachte Zündstoff in die Stadtratssitzung. Denn: Nicht über die von der Stadt bevorzugte Route auf der ehemaligen Glantalbahn denkt man an verkehrsplanerische Stelle nach, sondern über einen möglichen neuen Anschluss zwischen der früheren Bahnstrecke und der Erbach-Umgehung. "Dann fahre ich eben selbst nach Berlin"



OB Karlheinz Schöner