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Karneval
800 Saar-Polizisten an Karneval im Einsatz

Hunderte Beamte sorgen bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien wie beim Burbacher Rosenmontagsumzug für größtmögliche Sicherheit.
Hunderte Beamte sorgen bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien wie beim Burbacher Rosenmontagsumzug für größtmögliche Sicherheit. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. An Fastnacht ist die Polizei landesweit gefordert. Auch die Vereine stecken viel Geld in die Sicherheit – obwohl dies aus ihrer Sicht Aufgabe des Staates wäre.

Hunderttausende Narren treiben in den nächsten Tagen im Saarland ihr Unwesen und feiern den Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Mit Kappensitzungen, Rathausstürmen und fast 90 Rosenmontagsumzügen steht hierzulande einiges auf dem Programm. Doch nicht nur die Narren sind während dieser Tage vielerorts unterwegs, sondern auch Polizisten, die gemeinsam mit den Organisatoren für Sicherheit sorgen sollen.



Landesweit werden über die Faschingstage mehr als 800 Polizeibeamte bei über 200 Veranstaltungen im Einsatz sein, informiert das Landespolizeipräsidium. Zusätzlich werden weitere Einsatzkräfte verfügbar sein, um auf etwaige Gefahrensituationen reagieren zu können. Weiter teilt Polizeisprecherin Melanie Mohrbach mit, dass ein Einsatz von Körperkameras möglich sei. Eine flächendeckende Videoüberwachung wird es allerdings nicht geben. Darüber hinaus arbeite die Polizei eng mit den Veranstaltern zusammen und berate bei der Ausarbeitung von Sicherheitskonzepten. In diesen Konzepten wird zum Beispiel der Einsatz von Straßensperren, Betonpollern oder Verboten festgelegt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe die saarländische Polizei aufgrund der unveränderten Sicherheitslage jedoch keine Veränderungen der Maßnahmen vorgenommen.

„Wir tun alles für die Sicherheit“, sagt auch Hans-Werner Strauß, Präsident des Verbandes der saarländischen Karnevalsvereine. „Die sichere Teilnahme innerhalb eines Umzuges sowie die äußere Absicherung der Veranstaltungen werden gewährleistet sein.“ Für Veranstaltungen der Karnevalsvereine im Freien sind Polizei und Straßenverkehrsbehörde zuständig. Diese erteilen den Vereinen spezielle Auflagen, die erfüllt werden müssen. „Die Auflagen sind in den letzten ein bis zwei Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile müssen zum Beispiel Zufahrtswege mit Fahrzeugen, technischen Sperren oder Betonpollern gesichert werden“, berichtet Strauß. Da die Vereine die Veranstalter sind, müssen sie für die zusätzlichen Kosten aufkommen. Strauß ist der Meinung, dass der Aufwand, der im Zusammenhang mit Anti-Terror-Schutzmaßnahmen steht, vom Staat übernommen werden sollte. „Die Rechnungen für diese zusätzlichen Kosten gehen an die Veranstalter, aber eigentlich sollte das doch Aufgabe des Staates sein“, so Strauß.

Diese Meinung teilt auch Deutschlands Ober-Karnevalist Klaus-Ludwig Fess, ein Saarländer: „Alle Gefahren, die von außen auf den Umzug Einfluss nehmen könnten, sollten Aufgabe des Staates sein. Das bedeutet, dass dieser auch die Kosten von solchen Sicherheitsmaßnahmen übernehmen müsste.“ Laut Fess ist der Mehraufwand eine Zumutung für jeden ehrenamtlichen Verein. Des Weiteren sieht Fess auch das Kulturgut Karneval in Gefahr, denn viele Vereine könnten sich diese zusätzlichen Ausgaben nicht leisten und müssten sogar Veranstaltungen absagen. „Ich kann nur davor warnen, unser Kulturbrauchtum außer Acht zu lassen. Gerade die Karnevalsvereine leisten hervorragende Jugendarbeit und tragen einen großen Teil zur Gesellschaft bei. So etwas sollte man fördern und nicht verkommen lassen“, so Fess.

Der Burbacher Karnevalsverein „Mir sin do“, der den größten saarländischen Rosenmontagszug organisiert, wird diesmal wieder auf das bewährte Sicherheitskonzept des vergangenen Jahres setzen. „Sicherheitstechnisch gibt es beim Umzug keine Änderungen. Wir machen das gleiche wie letztes Jahr“, sagt Vereinspräsident Josef Weiß. Laut dem Karnevalisten wird es wieder Betonpoller und weitere Straßensperren geben. Die Burbacher Karnevalsgesellschaft ist für deren Organisation sowie für die Bezahlung dieser Mittel verantwortlich. „Die Polizei schaut sich unsere Pläne an und macht dann entsprechende Vorgaben, die wir einhalten müssen“, erklärt Weiß. „Von den Beamten wird alles überprüft und man sollte davon ausgehen können, dass die Veranstaltung sicher ist. Eine 100-prozentige Garantie dafür gibt es allerdings nie. Wir können nur machen, was wir sowieso schon machen.“