| 20:30 Uhr

„Rescue Days“ in Nohfelden
640 Feuerwehrleute üben den Ernstfall

Auch türkische Feuerwehrleute waren bei den „Rescue Days“ dabei und übten das Bergen eines Menschen aus einem Autowrack.
Auch türkische Feuerwehrleute waren bei den „Rescue Days“ dabei und übten das Bergen eines Menschen aus einem Autowrack. FOTO: Frank Faber
Nohfelden. Rettungskräfte aus aller Welt haben bei den „Rescue Days“ am Bostalsee etliche Notfälle durchgespielt. Von Frank Faber

Umgekippte Autos mit eingeklemmten Menschen, ein schwerer Laster, der einen Wagen überrollt, etliche Verletzte bei einem Busunglück – unter anderem auf solche Extremsituationen sind am Wochenende 640 Rettungskräfte aus 33 Ländern am Bostalsee vorbereitet worden. Auf einer Fläche von 60 000 Quadratmetern fanden die dritten Feuerwehrtage im Landkreis St. Wendel zusammen mit den „Rescue Days“, der weltweit größten Ausbildungsveranstaltung für technische Hilfeleistung, statt.


„Positiv überrascht“ zeigte sich Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) beim Rundgang von der Größe der Veranstaltung. Überhaupt war es eine Materialschlacht sondergleichen: 100 Händler präsentierten Zubehör in einer Ausstellung, und die internationalen Feuerwehrleute zerlegten mehr als 150 Schrottautos am Fließband.

An acht Stationen wurden unterschiedliche Szenarien für den Ernstfall durchgespielt. „Es ist beeindruckend. Hier werden Ländergrenzen überwunden“, meinte Landesbrandinspekteur Timo Meyer. Auch ein paar Saarländer, die ihre Teilnahme (für zwei Tage rund 800 Euro) aus der eigenen Tasche bezahlt hatten, schnitten mit dem hydraulischen Spreizer Autos auf. „Es ist eine Hersteller-Veranstaltung, die bei uns nicht als Ausbildung vorgesehen ist“, erklärte der Landesbrandinspekteur. Die Ausbildung des Hydraulik-Herstellers Weber, so Meyer, sei professionell, die Qualität der Stationstrainer hoch. „Mit moderner Technik werden Möglichkeiten aufgezeigt, damit der Ersthelfer sieht, was er im Notfall machen kann“, sagte Meyer. Die technische Entwicklung gerade bei Fahrzeugen sei rasant. „Das erfordert bei Unfällen immer wieder neue Techniken, die trainiert werden müssen“ so Meyer.



Neben den Schrottkisten wurden auch 20 Nullserien-Fahrzeuge – Neufahrzeuge, die nur für Testzwecke eingesetzt werden – demoliert. „Dabei habe ich viel gelernt. Ich konnte feststellen, wie stabil die geworden sind“, sagte Feuerwehrmann Torben Konetzny aus Klein Offenseth nahe Pinneberg. 2017 hatte er schon einmal an den „Rescue Days“ in Schwarzenbek teilgenommen. „Mit den Feuerwehrtagen und der Fachausstellung ist am Bostalsee alles schön zusammengeführt worden“, fand Konetzny. Wichtig sei ihm auch der Austausch mit Kameraden aus aller Welt gewesen.