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2000 Bilder in wenigen Minuten

Die Apollo-13-Kapsel aus dem gleichnamigen Hollywood-Film ist Sebastian Voltmers Hauptattraktion. Die Kapsel ist 1,3 Tonnen schwer und sieben Meter lang. Foto: Sebastian Voltmer
Die Apollo-13-Kapsel aus dem gleichnamigen Hollywood-Film ist Sebastian Voltmers Hauptattraktion. Die Kapsel ist 1,3 Tonnen schwer und sieben Meter lang. Foto: Sebastian Voltmer
Das Unsichtbare sichtbar machen Von SZ-Mitarbeiterin Selina Fuchs

Nohfelden. Unbelebte Planeten, ferne Galaxien, entlegene Sterne - das ist die Welt des Astrofotografen Sebastian Voltmer. Im Nohfeldener Ortsteil Mosberg-Richweiler, Bornwiesstraße 1, richtete er sein persönliches Weltraumstudio ein. Eröffnet wird das Atelier an diesem Sonntag, 9. September. Der Eintritt ist frei. "Ich habe lange Zeit nach einem passenden Bauernhaus mit viel Platz gesucht", sagt der Saarländer im SZ-Redaktionsgespräch. Denn dort will er Fotos und Filme zeigen, darunter auch Interviews mit Raumfahrtlegenden wie Neil Armstrong (1930 - 2012). Und seine Hauptattraktion: die Apollo-13-Kapsel aus dem gleichnamigen Hollywood-Film. Mit einem Gewicht von 1,3 Tonnen und einer Länge von sieben Metern ist die Kapsel gewaltig. Deswegen auch das große Haus.Bereits mit 14 Jahren sah Voltmer im Fernsehen die Filmrequisite, die versteigert wurde. Er wollte sie unbedingt haben. Doch fehlte es dem Jugendlichen am nötigen Kleingeld. Jahre später schlug er zu: Ein Unternehmer war im Besitz des bekannten Stückes. "Wieviel ich bezahlt habe, bleibt aber geheim", fügt Voltmer grinsend hinzu.



Doch wie entwickelte sich sein Interesse am Weltraum? Alles begann 1994 mit dem Jupiter-Crash. Zwei Jahre zuvor zersplitterte der Komet Shoemaker Levy 9. Die daraus entstandene kosmische Perlenschnur stürzte später auf den fernen Planeten. Fasziniert beobachtete er dieses Phänomen durch sein erstes Teleskop. Der damals Zwölfjährige griff zu Stift und Papier. "Ich wollte festhalten, was ich sah", erklärt er. Der junge Sternengucker wurde neugierig, fing an, Himmelsobjekte zu fotografieren. Von Tag zu Tag eignete er sich mehr Wissen über das Universum an. So war ihm nach einiger Zeit klar, dass er sein Hobby zum Beruf machen wollte. Nach und nach besorgte er sich eine Spezialausrüstung.

Aber wie entsteht ein kosmisches Bild? Voltmer: "Ich schieße bis zu 2000 Bilder innerhalb von wenigen Minuten. Die Besten lege ich übereinander." Zu seinen bevorzugten Motiven gehören der Saturn und der Mars. Über den roten Planeten habe er bereits einen Film gedreht.

Festival auf Teneriffa

Vergangenes Jahr war der gebürtige St. Ingberter auch bei dem Starmus-Festival auf Teneriffa, einer Zusammenkunft von Weltraumbegeisterten. Hier traf er einige Raumfahrt-Größen. Diese erzählten ihm von einer Kuriosität: "Während die russischen Kosmonauten eher klassische Musik im All bevorzugen, hören die Amerikaner Rock oder Pop."

Auf die Frage, was er in Zukunft plane, lächelt Voltmer und verrät, dass er sich weiterhin Filmprojekten widmen werde. Außerdem arbeite er an seiner Dissertation. Mit seinem kreativen Schaffen verfolge Voltmer ein großes Ziel: "Wir sind eine Menschheit und beobachten denselben Himmel über uns. Wir sollten dafür sorgen, dass dieses Kulturerbe erhalten bleibt." Mit seinem Weltraumatelier wolle er auch Menschen begeistern und an seiner Leidenschaft teilhaben lassen.

An diesem Sonntag, 9. September, ab 14 Uhr, wird Sebastian Voltmers Weltraumstudio in Mosberg-Richweiler, Bornwiesstraße 1, eröffnet. Der Astrofotograf zeigt Fotos, Filme, Interviews mit Astronauten. Hauptattraktion ist die Apollo-13-Kapsel aus dem gleichnamigen Hollywood-Film. Eintritt frei.