Bundesministerium schaltet sich in Streit um Betzenhölle ein

Saarbrücken. Das Bundesumweltministerium hat sich in den Streit um die geplante Ansiedlung eines Globus-Marktes auf dem Gelände des Naturschutz-Projekts LIK.Nord bei Neunkirchen eingeschaltet. In einem Schreiben des Ministeriums werden eine Abteilungsleiterin des saarländischen Umweltministeriums und Vertreter des regionalen Naturschutzzweckverbandes LIK.Nord sowie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zu einem klärenden Gespräch am 1. Juni nach Bonn geladen. von Johannes Schleuningmehr

Eine Woche lang Sternenzauber in Saarlouis

Saarlouis. Der Saarlouiser Astronom Gernot Meiser baut ab dem morgigen Samstag im Saarlouiser Theater am Ring ein Planetarium auf. Er begleitet mit den Himmelsreisen die Jubiläumsausgabe der Saarlouiser Woche und ihren Abschluss, das Volksfest "Emmes", die zum 50. Mal stattfinden. Eine Woche lang präsentiert Meiser Shows und Vorträge mit 360-Grad-Optik und 3D-Effekten für jeweils 80 Zuschauer unter einer Zehn-Meter-Kuppel. Viele Himmelsaufnahmen haben er und Lebensgefährtin Pascale Demy selbst gemacht. Gastvortäge ergänzen die Shows. So berichtet der von Geburt an blinde Gerhard Jaworek über "Blind zu den Sternen" (Samstag, 20 Uhr). von Johannes Werresmehr

Landgericht verhandelt über AfD-Listenaufstellung

Saarbrücken. (jos) Der vom St. Wendeler AfD-Kreisvorsitzenden Edgar Huber angekündigte Antrag auf eine einstweilige Verfügung wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Listenaufstellung der AfD Saar für die Bundestagswahl (wir berichteten) ist am Mittwoch beim Landgericht Saarbrücken eingegangen. Der Antrag habe zum Ziel, die Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl für ungültig zu erklären, teilte das Gericht jetzt mit. Vor der Zivilkammer des Landgerichts soll nun am kommenden Donnerstag, 1. Juni, 14.30 Uhr, über den Antrag mündlich verhandelt werden. mehr

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Kommentar

Der Pragmatismus behält die Oberhand

Dass die Aussprache nach der Regierungserklärung von Annegret Kramp-Karrenbauer eher einem engagierteren Plausch denn einer feurigen Debatte glich - sieht man mal von Oskar Lafontaines unverzichtbarer Scharfzüngigkeit ab -, hat mehrere Gründe. Da spielt natürlich die Koalitions-Übermacht von CDU und SPD eine Rolle. Dazu hat die Protestpartei AfD beim Einzug ins Hohe Haus offenbar den Protest an der Pforte abgegeben: bloß eine matte Rede von Josef Dörr. von Oliver Schwambachmehr

Nadine Schön  Foto: Tobias Koch

CDU nominiert Nadine Schön für den Wahlkreis St. Wendel

Tholey. (hek) Die CDU im Wahlkreis 298 (St. Wendel) hat die Weichen für die Bundestagswahl am 24. September gestellt. Im Freizeithaus St. Mauritius in Tholey haben 96 von 98 Delegierten die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön zum dritten Mal zur Direktkandidatin der CDU gewählt. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer warb in Tholey am Vorabend ihrer Regierungserklärung für die 33-jährige Juristin aus Hasborn. Nadine Schön ist seit 2014 stellvertretende Vorsitzende der CDU-CSU-Fraktion im Bundestag und setzt ihre Schwerpunkte bei den Themen Familie, Digitalisierung und ländlicher Raum. mehr

Mit Hochwaldbahn zum Bostalsee

Nonnweiler. Ein schlüssiges Tourismuskonzept für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald fordert Erhard Pitzius vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Damit wirbt er für den Erhalt der Hochwaldbahn zwischen Türkismühle und Hermeskeil. Ein Konzept des VCD sieht vor, die Hochwaldbahn zunächst an 35 Fahrtagen im Jahr als Tourismusbahn laufen zu lassen. Und somit den Nationalpark sowie den Bostalsee mittels Schienenverkehr erreichbar zu machen. Die Bahn als Tourismusbahn zu betreiben, halte die Betriebskosten überschaubar. Der VCD rechnet mit rund 66 500 Euro für die Bestellung der Züge. Diese Summe müsste das Land aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes bestreiten. In diesem Jahr fließen nach VCD-Angaben dafür 105 Millionen Euro. Zudem gebe es für Instandsetzung und Betrieb einer Tourismusbahn EU-Fördergelder. Die Strecke pachten und betreiben müsse dann ein Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen. Das könneder Landkreis St. Wendel sein. Die Streckenpacht würde sich nach Schätzungen des VCD auf etwa 24 000 Euro jährlich belaufen. von Thorsten Grimmehr

Saarbrücker Altstadtfest mit einigen Neuheiten

Saarbrücken. Aktuelle Chart-Größen wie Stanfour und Mighty Oaks auf den Bühnen, Straßenmusikanten, die über das gesamte Festgelände ziehen,und ein Tanzwettbewerb für Jugendliche - beim "Saarbrücker Altstadtfest" soll es 2017 einige Neuheiten geben. Das kündigten die Macher gestern bei der Programmvorstellung an. Die 43. Ausgabe steigt von Freitag bis Sonntag, 23. bis 25. Juni in der Landeshauptstadt. Über 200 000 Besucher werden erwartet. von Marko Völkemehr

Linke kritisiert Durchsuchung bei Windkraft-Gegnern

Saarbrücken. Die Linke im Landtag hält die Razzia bei Michael Marx, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) gegen Windkraft in Lautenbach, für einen "sehr fragwürdigen Vorgang". Am vergangenen Donnerstag hatte die Polizei Wohnung und Büro von Marx durchsucht (die SZ berichtete). Ihm wird Beihilfe zum Geheimnisverrat vorgeworfen. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Daniel Hoffmann, Ex-Mitarbeiter des Umweltministeriums, dem Geheimnisverrat vorgeworfen wird. Er soll interne Protokolle zur Windenergie an Marx weitergegeben haben. von Nora Ernstmehr

Landtag hat künftig drei Vizepräsidenten

Saarbrücken. Der Saar-Landtag wird künftig drei statt zwei Vizepräsidenten haben: Neben Präsident Klaus Meiser (CDU) Isolde Ries (SPD), Barbara Spaniol (Linke) und Günter Heinrich (CDU). Nach der alten Geschäftsordnung des Landtags hätte der Linken aufgrund ihres Wahlergebnisses das Amt nicht zugestanden. Künftig soll es der stärksten Oppositionsfraktion, also der Linken, ermöglicht werden, einen Vizepräsidenten zu stellen. Das bringt Mehrkosten mit sich: Ein Vizepräsident erhält das Anderthalbfache einer Abgeordneten-Diät. Jochen Flackus (Linke) betonte, die Linke lege Wert darauf, im erweiterten Präsidium vertreten zu sein, weil dort wichtige Themen diskutiert würden. Dass die CDU zugunsten der Linken verzichtet, hält Stefan Pauluhn (SPD) angesichts des CDU-Wahlergebnisses für "nicht einsehbar". Auch Peter Strobel (CDU) sagte, es gebe für die CDU keinen Grund zu verzichten. von Nora Ernstmehr

Anklage gegen Ex-Bürgermeister

Mettlach. Die Immobilien-Affäre um das Flüchtlingsheim und ehemalige Hotel "Auf Kappelt" in Saarhölzbach, die zum Rücktritt des früheren Mettlacher SPD-Bürgermeisters Carsten Wiemann führte, wird voraussichtlich vor dem Landgericht Saarbrücken neu aufgerollt. Nach zuverlässigen Informationen der Saarbrücker Zeitung aus Justizkreisen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Vorteilsnahme gegen Wiemann, der zum Tatzeitpunkt Amtsträger war, erhoben. Als amtierender Bürgermeister soll er im Oktober 2015 Mietangebote des früheren Eigentümers abgelehnt haben, um dann wenige Wochen später der Immobilienfirma Grüner Kreis Immobilien (GKI) die Anmietung des Objektes zu versichern. Die Ermittler gehen wohl von einem gemeinsamen Immobiliengeschäft dreier Parteigenossen aus. Zumindest kurzzeitig war Wiemanns Ehefrau als Gesellschafterin der GmbH eingetragen. Der Ex-SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Georg-Stritter, Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Merzig-Wadern, die das Geschäft voll finanziert hat, und Markus Rausch, Rechtsanwalt und früherer SPD-Fraktionschef im Mettlacher Gemeinderat, sollen sich vor der Wirtschaftstrafkammer wegen Vorteilsgewährung verantworten. Rausch wird zudem so genannter Gründungsschwindel vorgeworfen. Er hat angeblich in Berlin die Grüner Kreis Immobilien GmbH gegründet und dabei eine falsche Firmenanschrift angegeben. Zudem soll er dem Handelsregister erklärt haben, das Stammkapital der Gesellschaft sei bereits eingezahlt, was wohl nicht zutraf. von Michael Jungmannmehr

Landeselterninitiative steht hinter Minister-Erlass

Saarbrücken. Der der SPD nahestehende Verein Landeselterninitiative für Bildung befürwortet den Leistungsbewertungserlass des Schulministers Ulrich Commerçon (SPD). Er bringe den überfälligen Perspektivwechsel von einer defizitorientierten Betrachtung hin zur Würdigung der Schülerstärken. Dass Klassenarbeiten, Referate, Lerntagebücher oder Projektarbeiten gleichwertig beurteilt werden sollen, werde der Vielfalt der Schüler gerecht. von redmehr

Theis bleibt vorerst Generalsekretär der CDU

Saarbrücken. Roland Theis, neuer Staatssekretär für Justiz und Europa, behält sein Amt als Generalsekretär der Saar-CDU vorerst. Laut CDU-Fraktionsvize Peter Strobel soll Theis für die CDU den Bundestagswahlkampf mitorganisieren, wenn auch "nicht in der ersten Reihe". Nach der Wahl werde man einen Nachfolger benennen. SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn sagte, ein Generalsekretär sei die "Speerspitze" einer Partei bei politischen Debatten. Deshalb sollte man sich gut überlegen, ob beide Ämter zusammenpassen. Reinhold Jost hatte sein Amt als SPD-Generalsekretär niedergelegt, als er 2014 Umweltminister wurde. von Nora Ernstmehr

Zauberer aus der ganzen Welt messen sich in Saarbrücken

Saarbrücken. In den Harry-Potter-Filmen gehörte die Hogwarts-Zauber-Schule zu den wichtigsten Schauplätzen. Für rund 700 "echte" Zauberer aus ganz Deutschland und aller Welt ist dagegen Saarbrücken in den nächsten Tagen eine Zauber-Hochburg. Denn vom Himmelfahrtstag bis 28. Mai wird in der Congresshalle erstmals die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst (Magica) ausgetragen. Organisiert wird das Festival von zwei saarländischen Kollegen: Markus Lenzen und Maxim Maurice, der mit bürgerlichem Namen Philipp Daub heißt. "Wir sind sehr stolz, dass die ganze Szene hierher kommt", sagten sie der SZ. von Marko Völkemehr

Auf dem Spielplatz den Bergbau erleben

Reden. Sehen, staunen und spielen, das können jetzt Kinder und ihre Eltern auf der Redener Bergmannsalm. Die Halde ist um eine weitere Bereicherung gewachsen. Am Samstag wurde ein thematischer Spielplatz auf dem Haldenplateau eingeweiht. Der Spielplatz "Bergwerk" ist den realen ehemaligen Bergwerken nachempfunden. Da gibt es Klettertürme, die einem Förderturm ähneln, Röhrenrutschen, über die die Kohle gefördert wurde, oder Klettergerüste und Wände, wo man sich auch mal klein machen muss wie unter Tage im Stollen. Loren auf Schienen führen um das gesamte Spiel-Areal. "Der Fantasie der Kinder sind hier keine Grenzen gesetzt", sagte der Standortmanager am Erlebnisort Reden, Heinz- Peter Klein. Landrat Sören Meng (SPD) sagte: "Spielerisch werden die Kinder an die Bergbaugeschichte in unserer Region erinnert." Und der Schiffweiler Bürgermeister, Markus Fuchs (SPD), hält den außergewöhnlichen Spielplatz für "eine Bereicherung für die Halde". Er mache sie für Familien noch attraktiver. von Jörg Jacobimehr

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Es braucht mehr Biss für die Halberg-Open-Air-Rettung

Es ziehen zwar jährlich Zehntausende zum Halberg, um dort eine große Schüler-Ferien-Party zu feiern. Wenn es aber darum geht, für dieses herausragende Open Air zu kämpfen, bleiben die Jugendlichen auf dem heimischen Sofa liegen. Ob jedoch das Klicken auf den Daumen-Runter-Knopf in einem sozialen Medium oder die Teilnahme an einer Internet-Petition die Entscheidungsträger beeindruckt, ist fraglich. Eine lautstarke Demo vorm Rundfunkrat könnte den SR-Gewaltigen die Sinne schärfen - auf der Suche nach dem Rettungsanker. mehr

Ein sehr lebendiger Chor: die VielHarmonie. Foto: Becker

Die VielHarmonie widersetzt sich dem Chor-Sterben

St Wendel. Allerorten im Land wird das Chor-Sterben beklagt, doch die VielHarmonie stemmt sich erfolgreich gegen diese Entwicklung. Der im Jahr 2000 gegründete Verein engagiert sich stark in der Nachwuchsarbeit. Zugleich möchte er den Chorgesang als ein Stück dörfliches Kulturgut für künftige Generationen bewahren. "Wir arbeiten hart daran, dem Chorgesang im St. Wendeler Land eine Zukunft zu geben", erklärt der Vereinsvorsitzende Thomas Becker. Für den Chor-Nachwuchs bietet der Verein einen Musikgarten, in dem die Jüngsten an die Musik mit Singen, Tanzen und dem Spielen von Musikinstrumenten herangeführt werden. Darauf aufbauend lernen Kinder ab vier Jahren bei den VielHarmonie-Zwergen langsam das einstimmige Singen. Die Zwerge können dann zu den Jungen VielHarmonikern wechseln, einem Auftritts-Chor für junge Menschen zwischen zehn und 15 Jahren. Aktuell zählt der Chor VielHarmonie rund 150 Mitglieder. von Benjamin Rannenbergmehr

Pfadfinder aus Überzeugung: die Tscherkessen. Foto: BdP Tscherkessen

Die Tscherkessen wollen für die Natur begeistern

Saarbrücken. Der Stamm Tscherkessen im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) möchte junge Menschen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren für die Natur begeistern und nebenbei deren soziale Fähigkeiten stärken. Dafür übernehmen zehn ehrenamtlich engagierte Gruppenleiter im Stamm die Verantwortung für vier ältere und zwei jüngere Kinder- und Jugendgruppen. Im Zentrum der ehrenamtlichen Arbeit steht die Gestaltung der wöchentlichen Gruppenstunden, zusätzlich organisiert das Team Zeltlager und Fahrten. von Benjamin Rannenbergmehr

Geschickt im Organisieren: das Liturgie-Team. Foto: R. Moser

Das Liturgie-Team engagiert sich für Bedürftige

Saarbrücken. Das Liturgie-Team der Basilika St. Johann engagiert sich für bedürftige Menschen und soziale Projekte im Saarland. Seit fünf Jahren organisiert das Team verschiedene Veranstaltungen und Aktionen. Neben liturgischen Veranstaltungen wie etwa der Frühjahrswallfahrt, Andachten und der Pfingstvigil (Abend vor Pfingstsonntag) liegt ein Schwerpunkt auf der karitativen Seite. An großen kirchlichen Feiertagen organisiert, kocht und backt das Team für die Pfarrei St. Johann. Hinzu kommt, dass die zehn Mitglieder des Teams am Ostersonntag Blumen verkaufen und Feste organisieren. Vom Erlös dieser Veranstaltungen finanziert das Liturgie-Team einmal im Jahr die "Tafel der Barmherzigkeit". "Das ist keine Massenabfertigung, sondern da kommen auch Gottesdienstbesucher mit den Bedürftigen ins Gespräch", sagt der Sprecher des Teams, Marc Peter Oster. Den Überschuss spendet das Team an soziale Projekte wie die St. Johanner Flüchtlingshilfe. von Benjamin Rannenbergmehr

Gewerkschaft spricht sich für kostenlose Kitas aus

Saarbrücken. Die Ankündigung der Landesregierung, die Elternbeiträge für Kitas zwischen 2019 und 2022 um 25 Prozent senken zu wollen, hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als einen ersten Schritt gewürdigt. "Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass mit der Absenkung direkt begonnen worden wäre und am Ende der fünf Jahre eine hundertprozentige Beitragsfreiheit steht", sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Sanchez Haselberger. "Rheinland-Pfalz macht vor, dass es geht." Die GEW halte es für notwendig, dass das Kooperationsverbot in der Bildung fällt, damit der Bund dem Saarland Geld für Bildungsausgaben geben kann. "Wir begrüßen, dass die Landesregierung sich weiter dafür einsetzen will, dass das Verbot kippt", sagt Sanchez Haselberger. von Ute Kirchmehr