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Saarland wirbt mit neuer Kampagne für das Bildungspaket

Saarland wirbt mit neuer Kampagne für das Bildungspaket

Damit mehr Kinder von Hartz-IV-Empfängern vom Bildungspaket des Bundes profitieren, startet das Saar-Arbeitsministerium eine Informationskampagne. Sie soll das 2011 gestartete Programm in der Zielgruppe bekannter machen.

Nur etwa zwei Drittel der Gelder aus dem Bildungspaket haben bedürftige Familien im vergangenen Jahr in Anspruch genommen (die SZ berichtete). Das Arbeitsministerium von Heiko Maas (SPD) startet deshalb nun eine Informationskampagne, um das Programm im Land bekannter zu machen. In den kommenden Monaten sollen alle relevanten Personen und Organisationen angesprochen werden. In den Gemeinden will das Arbeitsministerium vor Ort präsent sein und sich an Info-Foren beteiligen. Darüber hinaus soll auf der Internetseite der Landesregierung das gesamte Leistungspaket vorgestellt werden. "Ziel dieser Kampagne ist die Steigerung der Inanspruchnahme der Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes. Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe haben", erklärte Maas gestern.

Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes gibt es seit dem 1. Januar 2011. Mit den Geldern werden Klassenfahrten, Schulausflüge, Nachhilfeunterricht, Schulessen, Fahrkarten, Schulmaterial und Mitgliedschaften in Vereinen für Kinder von Hartz-IV-Empfängern finanziert. Je nach Job-Situation müssen die Anträge entweder beim zuständigen Jobcenter oder bei der zuständigen kommunalen Behörde eingereicht werden.

Allein im Jahr 2012 hatte der Bund dem Saarland dafür 8,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bisher wurden bundesweit durchschnittlich nur 60,4 Prozent der verfügbaren Gelder abgerufen. Das Saarland lag mit 66,8 Prozent im Länder-Ranking auf Platz 6. Die nicht genutzten 3,1 Millionen Euro stünden jedoch weiter für Leistungen aus dem Paket zur Verfügung.

Auch auf Initiative der saarländischen Landesregierung hatte der Bundesrat ein Gesetzespaket beschlossen, das ab 1. August die als zu bürokratisch geltenden Anträge für das Leistungspaket vereinfacht. Dadurch sollen die Bildungsangebote stärker genutzt werden.