1. Saarland

Saarland will eigene Dächer für Photovoltaik nutzen

Mit gutem Beispiel vorangehen : Land will eigene Dächer für Photovoltaik nutzen

Das Potenzial der Solarenergie im Saarland ist ausbaufähig. Nun rücken die Gebäude des Landes in den Fokus.

Auf den Dächern von Gerichten, Ministerien, Finanzämtern, Hochschulen oder Polizei-Inspektionen könnte in Zukunft Solarenergie gewonnen werden. Die große Koalition im Saarland will landeseigene Gebäude stärker für den Ausbau der erneuerbaren Energien nutzen und damit beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Der Landtag wird dazu am Mittwoch einen Antrag von CDU- und SPD-Fraktion beschließen.

Konkret ist geplant, dass die Landesregierung eigene  Immobilien daraufhin untersucht, ob sie sich für eine baldige Nutzung von Photovoltaik (PV) eignen. Auch bei allen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen des Landes soll das geprüft werden. Langfristig ist ein Dachflächenkataster geplant.

Die Photovoltaik sei eine tragende Säule, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung kontinuierlich auszubauen, heißt es in dem Antrag der Koalition. Das Potenzial von Photovoltaik im Saarland sei „noch ausbaufähig“. In ganz Deutschland decke sie Photovoltaik 8,7 Prozent des Netto-Stromverbrauchs, alle erneuerbaren Energien zusammen 43 Prozent.

Allerdings: Die Freiflächen für Photovoltaik-Anlagen im Saarland sind nach Darstellung der Koalition nur noch begrenzt. Seit Dezember 2018 dürfen deshalb auch bestimmte Agrarflächen dazu genutzt werden. Auf diese Weise sollen bis 2022 weitere 100 Megawatt durch Photovoltaik realisiert werden. Das entspricht annähernd der elektrischen Leistung des Kraftwerks Römerbrücke in Saarbrücken (132 MW).

Dachanlagen sind aus Sicht der Koalition auch deshalb zu bevorzugen, weil so weitere Bodenverdichtungen auf Freiflächen vermieden werden. Die Errichtung von PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden wird bereits erleichtert, indem die dafür notwendigen Investitionen nicht auf den Kreditrahmen der Kommunen angerechnet werden.

Für die stärkere Nutzung landeseigener Gebäude für PV-Anlagen setzen sich die Schülerbewegung „Fridays for Future“ und das neu gegründete Klimaschutzbündnis Saar ein. Die Bürger-Energie-Genossenschaft Köllertal, die bereits PV-Anlagen auf Kitas, Schulen und Rathäusern errichtet hat, trägt im Internet öffentliche Gebäude zusammen, die noch keine PV-Anlage haben. Allerdings fordern diese Initiativen und auch die Grünen deutlich weitergehende Klimaschutz-Maßnahmen und ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Vorgaben zur Reduktion des CO2-Ausstoßes. Dies hält die große Koalition bislang nicht für nötig.