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Saarland: Seniorenheim-Betreiber begrüßen Schnelltest-Initiative

Verteilung im Saarland in den kommenden Tagen : Heimbetreiber begrüßen Schnelltest-Initiative des Landes

Senioren- und Pflegeheime sind von den Einschränkungen in der Corona-Krise besonders getroffen. Schnelltests sollen Abhilfe schaffen.

Den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen machen die mit der Corona-Krise verbundenen Einschränkungen besonders zu schaffen. Anfangs galt zum Schutz der Heimbewohner, die schon aufgrund ihres Alters im Falle einer Ansteckung mit besonders schwerwiegenden Komplikationen rechnen müssen, ein absolutes Besuchs-Verbot. Und auch jetzt ist die Anzahl der Besuche streng begrenzt und muss in speziellen Besuchsräumen stattfinden.

Kein Wunder also, dass die Heimträger die Ankündigung der saarländischen Landesregierung, Corona-Schnelltests zu beschaffen und an Heime, Krankenhäuser und Arztpraxen zu verteilen, am Montag grundsätzlich begrüßten, mit denen auch Besucher an den Eingängen getestet und somit auch wieder mehr Besuche erlaubt werden könnten. Immerhin liefern solche Antigen-Schnelltests bereits nach 15 bis 20 Minuten ein Ergebnis.

„Antigen-Tests können ein wichtiger Baustein zur Sicherheit in unseren Seniorenhäusern sein und helfen, Ansteckungsrisiken zu minimieren“, sagt Renate Iffland von der Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken (CTS), die im Saarland und Rheinland-Pfalz 14 Seniorenhäuser betreibt. „Durch gezieltes Testen können wir mögliche Infektionsketten schnell ermitteln und unterbrechen.“ Deshalb begrüße und unterstütze die CTS ausdrücklich die Initiative der Landesregierung. Eine Million Schnelltests hat diese nach eigenen Angaben bestellt – eine gigantische Menge, mit der man die komplette Bevölkerung des Saarlandes durchtesten könnte. 

Die ersten 350 000 dieser Tests sind demnach bereits im Saarland angekommen und sollen in den kommenden Tagen verteilt werden. Wann, ist derzeit noch offen. „Der Verteil- sowie der Zeitplan zur Auslieferung der Test befindet sich aktuell noch in der internen Absprache“, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Die Testverordnung des Bundes gebe hierfür den Rahmen vor. Auch bei der Frage, wer die Tests bezahlen muss, verwies das Ministerium auf die Testverordnung des Bundes, die die „Abrechnungen für die Einrichtungen“ festlege.

Für Seniorenheime sei aber auch eine andere Frage entscheidend, betont der Saarbrücker Heimbetreiber Pro Seniore: Wer führt die Tests für die Besucher durch? Denn dafür wird geschultes Fachpersonal benötigt. „Wir werden Hilfe von außen benötigen“, sagt Pro-Seniore-Sprecher Peter Müller. „So eine Teststation bindet mehrere Kräfte pro Tag, die uns dann in der eigentlichen Betreuung unserer Senioren fehlen würden“, gibt Müller zu bedenken. „Unsere Mitarbeiter arbeiten bereits seit Monaten an ihrer Belastungsgrenze.“ Müller hofft deshalb auf Unterstützung durch Sanitäter der Bundeswehr, mit der Pro Seniore auch in der Vergangenheit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Er kann sich aber auch eine Kooperation mit Rettungsdiensten oder anderen medizinisch geschulten Fachkräften vorstellen. 

Um Heimbewohnern beziehungsweise Besuchern keine Kosten für die Durchführung der Tests aufbürden zu müssen, hofft Müller, „dass die Politik einen geeigneten Finanzierungsweg findet“ – etwa über den Rettungsschirm des Bundes. Denn: „Vermeidungskosten sind in der Regel günstiger als Behandlungskosten.“ Der Heimbetreiber CTS hat nach eigenen Angaben für seine Häuser bereits eine spezifische Teststrategie entwickelt, die derzeit mit der Heimaufsicht abgestimmt wird. Auch die Arbeiterwohlfahrt, die 26 Seniorenheime im Saarland betreibt, ist in Kontakt mit der Heimaufsicht.

Am Montag sei eine neue Testverordnung der Landesregierung eingegangen, die man jetzt durcharbeiten werde, um ein Konzept für ihre Umsetzung zu erarbeiten, sagt Awo-Sprecher Jürgen Nieser. Auch er hält es grundsätzlich für eine gute Sache, dass die Landesregierung den Seniorenheimen Corona-Schnelltests für Besucher und Personal zur Verfügung stellt. Pro-Seniore-Sprecher Peter Müller kann dies nur unterstreichen. Er hofft auf eine „frühestmögliche Einsetzbarkeit der Schnelltests zur Verbesserung der Corona-Diagnostik und Vermeidung von Einschleppungen der Viren in unsere Einrichtungen und in die Häuser anderer Träger“.