Saarland: Krankenhäuser suchen händeringend hunderte Pflegekräfte

Notstand : Saar-Kliniken suchen hunderte Pflegekräfte

Ein neues Gesetz regelt die Finanzierung. Doch der Arbeitsmarkt für Pfleger ist leergefegt.

Die Träger der 24 saarländischen Krankenhäuser suchen händeringend mehrere hundert Pflegekräfte. Das ergab eine Umfrage unter Geschäftsführern und Verwaltungsdirektoren der Kliniken. Möglich macht die Aufstockung ein Gesetz, das seit Januar die Krankenkassen verpflichtet, Kliniken jede zusätzliche Fachkraft zu bezahlen. Bundesweiten sollen 13 000 neue Stellen entstehen. Dies sei „grundsätzlich extrem positiv“, sagte der Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Manfred Klein, der SZ. „Wir brauchen dringend Entlastung für unser Pflegepersonal.“

Allein das Universitätsklinikum in Homburg will 200 zusätzliche Pflegekräfte einstellen: Neben den 130 zusätzlichen Stellen, die im Herbst die Gewerkschaft Verdi in einem Vertrag mit der Klinikleitung durchgesetzt hatte, sollen auch die 70 freien Stellen in der Pflege besetzt werden. Das Klinikum Saarbrücken nennt keine Zahl, will aber „möglichst viele“ neue Mitarbeiter gewinnen und „jeden einstellen, der fachlich geeignet ist und zu uns passt“. Die SHG-Kliniken in Völklingen, Merzig und auf dem Saarbrücker Sonnenberg haben Verdi einen „erheblichen Personalaufwuchs“ versprochen, Marienhaus plant für seine sechs Saar-Kliniken Neueinstellungen „im zweistelligen Bereich“. Das Knappschaftsklinikum in Sulzbach und Püttlingen hat angekündigt, in diesem Jahr 40 zusätzliche Stellen für Pflegekräfte zu schaffen.

SKG-Chef Klein sagte, die Aufstockung werde nicht am Geld scheitern. Allerdings sei der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte leergefegt. Die Krankenhausgesellschaft setzt darauf, dass sich das Image der Pflege bessert und sich wieder mehr Bewerber melden. Die Landesregierung hat angekündigt, dass die Zahl der Ausbildungsplätze bis 2022 schrittweise um 400 auf dann 1950 Plätze aufgestockt werden soll. Allerdings konnten laut Klein schon in der Vergangenheit nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden. Verdi forderte erneut einen Tarifvertrag zur Entlastung der Pflegekräfte.

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