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Nach Helmholtz-Ansiedlung
Saarland bekommt internationale Schule

Prof. Michael
Backes, Chef
des neuen Helmholtz-Zentrums
Prof. Michael Backes, Chef des neuen Helmholtz-Zentrums FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Die Landesregierung will dem Wunsch von Spitzenforschern und der Saar-Wirtschaft Folge leisten. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Zur Anwerbung ausländischer Spitzenforscher und von Fachkräften für die Wirtschaft soll in Saarbrücken oder in unmittelbarer Nähe eine internationale Schule entstehen. Das Kabinett will einen entsprechenden Beschluss für eine englisch-deutsche Bildungseinrichtung fassen, wie Regierungssprecherin Anne Funk der SZ gestern bestätigte. Es sei Wunsch von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD), das Thema gemeinsam voranzutreiben. Fragen wie die Kosten und der Bedarf an Plätzen sind aber noch nicht geklärt.


Zuvor hatte sich der Chef des im Aufbau befindlichen Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit, Professor Michael Backes, per Brief an Regierungschef Hans gewandt. In dem Schreiben, das der SZ vorliegt und auch im Namen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken sowie der führenden Wirtschaftsverbände des Landes verfasst ist, bittet Backes den Ministerpräsidenten, das Thema zur Chefsache zu machen. „Dieses Thema beschäftigt uns im Alltag sehr. Beim Anwerben von Arbeitskräften aus dem Ausland taucht regelmäßig die Nachfrage nach einer englischsprachigen Bildungseinrichtung auf“, schreibt Backes. Das gelte sowohl für die Saar-Wirtschaft als auch für die Wissenschaftseinrichtungen.

Die internationale Schule sollte aus Sicht der Spitzenforscher und der Saar-Wirtschaft offen sein für alle saarländischen Schüler und neben einem international anerkannten Abschluss auch das saarländische Zentralabitur anbieten. Englisch soll erste Unterrichtssprache sein. Denkbar sei die Einrichtung eines englischsprachigen Zweigs an einer bestehenden Schule oder der Aufbau einer Schule nach dem Vorbild des Schengen-Lyzeums. „Im besten Fall“, so heißt es in dem Brief weiter, solle die Einrichtung ein Ganztagsangebot bereithalten und bereits im Krippen-Alter ansetzen.