Neue Regeln: Saarland behält doch fast alle Notfall-Kliniken

Neue Regeln : Saarland behält doch fast alle Notfall-Kliniken

Drei Saar-Kliniken steigen wohl aus der Notfallversorgung aus. Dass es nicht mehr sind, wurde in Berlin geklärt.

Seit gestern ist es amtlich: Die Sorge von Landespolitikern, Krankenhaus-Chefs und Bürgern vor massiven Einschnitten bei der stationären Notfallversorgung im Saarland hat sich nicht bewahrheitet. Klinken und Krankenkassen beschlossen gestern im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Berlin ein deutlich entschärftes Konzept. Laut Staatskanzlei sollen dadurch 17 Kliniken im Land weiter an der Notfallversorgung teilnehmen können. Bislang sind dies alle 24 Krankenhäuser, wobei vier Fachkliniken nur sehr eingeschränkt Notfallpatienten behandeln. Aus der Notfallversorgung herausfallen werden neben den vier Fachkliniken wohl Losheim, das Fliedner-Krankenhaus Neunkirchen und der Standort Dillingen, wie sich aus einer ersten Bewertung der Staatskanzlei ergibt.

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft hatte ursprünglich befürchtet, dass durch die Reform nur noch vier Krankenhäuser in der Notfallversorgung übrig bleiben werden. Die Landesregierung und der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Alfons Vogtel, hatten sich beim G-BA-Vorsitzenden, dem früheren Saar-Gesundheitsminister Josef Hecken, für eine deutliche Entschärfung eingesetzt. Hecken sagte gestern, die stationäre Notfallversorgung bleibe bundesweit auch in strukturschwachen Gebieten gesichert. Gleichzeitig werde erreicht, dass die unverzichtbaren medizinischen Anforderungen für die Patientenversorgung erfüllt seien.

Saar-Regierungschef Tobias Hans (CDU) erklärte: „Wir haben unser Ziel, die flächendeckende Notfallversorgung in unserem Land sicherzustellen, erreicht.“ Vogtel sprach von einem „fundamentalen Erfolg“, der sowohl die Versorgungssicherheit als auch eine Qualitätsverbesserung gewährleiste.

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