1. Saarland

Saarländerinnen nähen wiederverwendbare, waschbare Atemschutzmasken für nicht medizinisches Krankenhauspersonal

Frauen im Saarland nähen Atemschutzmasken : Waschbare Masken in Heimarbeit

Saarländerinnen nähen wiederverwendbare Atemschutzmasken für Krankenhäuser.

Not macht erfinderisch, zumal in Corona-Krisenzeiten: Das dachte sich auch Susanne Himbert aus Riegelsberg-Walpershofen, als sie hörte, dass die Atemschutzmasken in den Krankenhäusern zu Neige gehen. Zusammen mit ihren Freundinnen Anni Peitz und Patricia Jungmann suchte sie nach Schnittmustern, um wiederverwendbare, mit 60 Grad in der Maschine waschbare Baumwoll-Masken zu fertigen. „Auf der Homepage der Uniklinik Grenoble gibt es eine entsprechende Nähvorlage“, sagte Himbert der SZ. So machten sich die drei Frauen daran, erste Exemplare zu fertigen. Inzwischen ist ein gutes Dutzend Frauen aus dem Raum Köllertal dabei, die Masken zu nähen. Alle gehören zu der christlichen Gruppe „Kunterbund“, die bereits einige Expertise beim Nähen für karitative Zwecke mitbringt. So hat der Frauenkreis etwa in der Vergangenheit so genannte „Sorgenfresserchen“ genäht für kranke Kinder, die lange Zeit in den Kliniken verbringen müssen.

„Die genähten Masken sind natürlich nicht für Ärzte und Pflegepersonal im medizinischen Bereich gedacht, sondern etwa für Hausmeister und Reinigungspersonal der Krankenhäuser“, betonte Himbert. Neben dem Grenoble-Modell würden jetzt auch Muster im Ziehharmonika-Format gefertigt. „Da kommt auch eine Metallschiene herein, die mir mein Mann aus alten Schnellheftern herausgenommen hat“, berichtet Himbert von Kreativität in Krisenzeiten. Eine befreundete Ärztin habe Muster mit ins Knappschaftskrankenhaus Püttlingen genommen, um den Bedarf zu erfragen. Privatleute können sich ebenfalls an die Näherinnen wenden, wenn sie Interesse an den wiederverwendbaren Atemschutzmasken haben (Susanne Himbert: Tel.: (0 68 06) - 12 58 1 oder Birgit Hohlbeck, Tel.: (0 68 06) - 44 42 0).

Auch die Saarlandfrauen nähen auf Initiative der Vorsitzenden in Perl-Oberleuken, Simone Kolb, jetzt Atemschutzmasken für das Klinikum Saarbrücken am Winterberg, wie die SZ erfuhr. Natürlich könne man den selbstgenähten Mundschutz nur in patientenfernen Bereichen einsetzen, aber auch das helfe schon enorm weiter, bedankte sich das Klinikum für die Solidarität der Landfrauen.