1. Saarland

Hoher Krankenstand im Saarland: Saarländer mit Spitzenwert bei Burnout im Job

Hoher Krankenstand im Saarland : Saarländer mit Spitzenwert bei Burnout im Job

Insgesamt liegt das Land beim Krankenstand auf Platz eins. Laut einer AOK-Studie nehmen psychische Leiden bundesweit zu.

Beruflicher Stress und private Sorgen machen zunehmend krank – vor allem im Saarland. Wie aus dem gestern vorgestellten „Fehltage-Report“ der Krankenkasse AOK hervorgeht, sind in Deutschland immer mehr Arbeitnehmer wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Während die Versicherten demnach im vergangenen Jahr bundesweit im Schnitt 2,8 Tage wegen psychischer Leiden fehlten, waren es im Saarland mit 3,4 Tagen deutlich mehr. Insgesamt fehlten Arbeitnehmer 2016 in Deutschland 19,4 Tage im Job, im Saarland 22,8 Tage. Nirgendwo in Deutschland ist der Krankenstand höher als im Saarland: Er liegt mit 6,1 Prozent zwar leicht unter dem Vorjahreswert von 6,4, aber immer noch deutlich über dem konstant gebliebenen Bundesschnitt von 5,3 Prozent.

„Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind in den letzten zehn Jahren konstant gestiegen“, teilte die Kasse in Berlin mit. Seit 2005 stieg die Zahl der Tage um fast 80 Prozent (Saarland: 62 Prozent). Auch die Dauer der Krankschreibung ausgebrannter oder psychisch belasteter Arbeitnehmer nimmt laut AOK stetig zu, im Saarland liegt sie mit 28,3 Tagen knapp drei Punkte über dem Bundesschnitt von 25,7 Tagen. In Sachen Krankenstand meldeten auch andere Kassen in den vergangenen Jahren immer wieder Spitzenwerte für das Saarland. Die meisten Fehltage verursachen bundesweit aber Muskel- und Skelett-Erkrankungen, gefolgt von Atemwegserkrankungen.

Aufgrund der Zunahme an Arbeitsausfällen wegen psychischer Probleme mahnte die AOK Unternehmen, ihr Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter in Lebenskrisen zu verbessern. Allein der demografische Wandel sorge dafür, dass die Belegschaften älter werden und Lebenskrisen sich entsprechend häufen. Also müssten sich Arbeitgeber damit auch stärker auseinandersetzen, verlangte AOK-Chef Martin Litsch – vor allem mit Blick auf ein weiteres Ergebnis des Fehlzeiten-Reports.

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland war in den letzten fünf Jahren demnach von persönlichen Lebenskrisen betroffen, die häufig auch zu Einschränkungen ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit geführt haben. Nach einer repräsentativen AOK-Umfrage unter bundesweit 2000 Beschäftigten wurden am häufigsten schwere Erkrankungen in der Familie, belastende Konflikte im privaten Umfeld und der Tod eines Partners oder nahen Verwandten genannt. Bei 79 Prozent der Befragten legte sich die außerordentliche Belastung auf die Psyche, knapp 59 Prozent berichteten von körperlichen Schmerzen. Unklar ist laut AOK aber, wie sich Lebenskrisen konkret in der Fehltage-Statistik auswirken. Die AOK hat im Saarland 77 000 Mitglieder, bundesweit 12,5 Millionen.