| 21:13 Uhr

Fleischatlas
Saarländer essen vergleichsweise wenig Fleisch

Laut dem „Fleischatlas 2016“ essen Saarländer vergleichsweise wenig Fleisch.
Laut dem „Fleischatlas 2016“ essen Saarländer vergleichsweise wenig Fleisch. FOTO: BECKER&BREDEL / bub
Saarbrücken. Schwenker, Lyoner, Hoorische mit viel Specksoße – wer sich die saarländischen Nationalspeisen anschaut, kommt schnell zu dem Schluss, dass die Menschen hierzulande besonders leidenschaftliche Fleischesser sind. Doch laut Statistik ist das gar nicht so. Im „Fleischatlas 2016“ sind die Saarländer in der Hinsicht vergleichsweise zurückhaltend. Männer essen demnach hierzulande 155 Gramm Fleisch und Wurst pro Tag und liegen damit im Bundesländervergleich gerade einmal auf dem geteilten zwölften Rang. Spitzenreiter sind demzufolge Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit jeweils 172 Gramm pro Tag. Die Saarländerinnen liegen im Länderranking sogar nur auf Platz 15 mit 75 Gramm. Nur die Frauen in Rheinland-Pfalz essen noch weniger Fleisch (72 Gramm). Spitzenreiter sind die Konsumentinnen in Sachsen-Anhalt (95 Gramm). Von Gerrit Dauelsberg

Schwenker, Lyoner, Hoorische mit viel Specksoße – wer sich die saarländischen Nationalspeisen anschaut, kommt schnell zu dem Schluss, dass die Menschen hierzulande besonders leidenschaftliche Fleischesser sind. Doch laut Statistik ist das gar nicht so. Im „Fleischatlas 2016“ sind die Saarländer in der Hinsicht vergleichsweise zurückhaltend. Männer essen demnach hierzulande 155 Gramm Fleisch und Wurst pro Tag und liegen damit im Bundesländervergleich gerade einmal auf dem geteilten zwölften Rang. Spitzenreiter sind demzufolge Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit jeweils 172 Gramm pro Tag. Die Saarländerinnen liegen im Länderranking sogar nur auf Platz 15 mit 75 Gramm. Nur die Frauen in Rheinland-Pfalz essen noch weniger Fleisch (72 Gramm). Spitzenreiter sind die Konsumentinnen in Sachsen-Anhalt (95 Gramm).


Dennoch: Nimmt man die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Grundlage, essen auch die Saarländer eindeutig zu viel Fleisch – gerade die Männer. Die kommen nämlich umgerechnet auf 1085 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Die DGE empfiehlt nicht mehr als 300 bis 600 Gramm. Die Saarländerinnen liegen mit einem Durchschnittswert von 525 Gramm im oberen Bereich dieses Korridors.

Und wo kommt das Fleisch her, das die Saarländer essen? Meistens von außerhalb. Der „Fleischatlas 2016“ bezifferte die Eigenversorgungsquote im Saarland bei Rind- und Kalbfleisch auf 37 Prozent, bei Eiern und Geflügelfleisch auf 18 Prozent und bei Schweinefleisch sogar nur auf zwei Prozent.



Der Grund: Die saarländische Nutztierhaltung bewege sich im Vergleich zu Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern in „eher idyllischen Größenordnungen“, heißt es im „Fleischatlas 2016“. Die indus­trielle Fleischproduktion ist hierzulande gering. Aktuelleren Zahlen des Statistischen Landesamtes zufolge gibt es inzwischen sogar noch weniger Nutztiere im Saarland. 2016 wurden hierzulande nur noch knapp 4200 Schweine gehalten. 2014 waren es gut 6400, im Jahr 2007 sogar mehr als 15 000. Ebenfalls deutlich abgenommen hat die Zahl der Hühner: von 176 490 im Jahr 2015 auf nur noch 166 686 im Jahr 2016.

Auch die Zahl der Rinder ist leicht rückläufig: Sie liegt im Saarland bei knapp 49 000 (2016), im Jahr 2014 waren es gut 51 000. Einen beträchtlichen Anteil davon machen die Milchkühe aus – 2016 waren es 14 658. Laut „Fleischatlas 2016“ entfällt allein auf die Milchbauern ein Drittel der Wertschöpfung in der saarländischen Landwirtschaft, die insgesamt rund 100 Millionen Euro jährlich umsetzt.