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Saarbrücker Currywurst in Südafrika

Saarbrücker Currywurst in Südafrika

Kapstadt/Saarbrücken. Wenn ihr vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass sie im südafrikanischen Kapstadt mal als die Wurst-Frau bekannt sein würde, dann hätte sie dem, der das prophezeit hätte, "den Vogel gezeigt" - da ist sich Andrea Derschug ganz sicher

Kapstadt/Saarbrücken. Wenn ihr vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass sie im südafrikanischen Kapstadt mal als die Wurst-Frau bekannt sein würde, dann hätte sie dem, der das prophezeit hätte, "den Vogel gezeigt" - da ist sich Andrea Derschug ganz sicher. Inzwischen ist die 39-Jährige, die einfach Sunny genannt werden möchte, in Kapstadt als Wurst-Frau sehr bekannt - und dafür muss sie niemandem den Vogel zeigen, denn mit diesem Titel ist eine Karriere verbunden.Vor neun Jahren ist Andrea Derschug nach Südafrika ausgewandert. Vorher hat sie als Schauspielerin gearbeitet - unter anderem als Sprechstundenhilfe in einer Fernsehserie. Mit ihren Erfahrungen aus dem Fernsehgeschäft wollte Sunny in Südafrika eine Film-Castingagentur gründen.

Bis so ein Geschäft anlaufe und sich rechne, dauere es etwa zwei Jahre. Also hat sie sich etwas gesucht, womit sie bis dahin Geld verdienen kann. Sie hat sich einen VW-Bus gekauft und ihn zur mobilen Currywurst-Bude umgebaut. Die Idee sollte sich als genial herausstellen. Inzwischen betreibt Sunny einen Currywurst-Kiosk in Kapstadt mit einer Angestellten. Zehn weitere Mitarbeiter sind mit ihrer Currywurst dort unterwegs, wo etwas los ist.

"Das läuft super", sagt sie. Die Idee mit der Castingagentur sei zwar noch nicht begraben, aber an der Currywurst-Geschichte sei sie einfach "hängengeblieben". Wobei Gastronomie für Sunny kein Neuland war. Sie ist ausgebildete Hotelfachfrau und hat daheim in Saarbrücken auch schon in Restaurants und Kneipen gearbeitet.

Das mit der Currywurst ist allerdings nicht nur eine Geschäftsidee, es ist eine Mission. "Ich habe da ein richtiges Kulturgut runtergebracht", sagt Sunny. Dass es ihr gelingt, auch in Südafrika "die echte" Currywurst zuzubereiten, zeige, dass auch die Mitarbeiter der deutschen Botschaft zu ihren Stammkunden gehören.

Den Kontakt nach Hause hat Sunny nicht verloren. Ende März ist sie wieder in Saarbrücken. Ihre Eltern leben hier. Und generell gelte ja: "Ein echter Saarbrücker verlässt seine Heimat nie ganz."

Hintergrund

Wie Andrea "Sunny" Derschug in Südafrika lebt, zeigt die Vox-Fernsehreihe "Das perfekte Dinner" diese Woche noch bis Freitag jeden Abend um 19 Uhr. In Kapstadt kocht sie zusammen mit vier weiteren Auswanderern. Sunny steht mit dem in Namibia lebenden Unternehmer Carl, der gebürtigen Schwäbin und Casting-Direktorin Irena, der Restaurantbesitzerin Beatrice aus München und Reisebuchautor Dieter aus Würzburg am Herd.

 Andrea Derschug in ihrer Küche in Kapstadt. Foto: Vox/Sascha Kollotzek
Andrea Derschug in ihrer Küche in Kapstadt. Foto: Vox/Sascha Kollotzek

Neben den Kochkünsten und "den extravaganten Menüs können sich auch die Behausungen der Wahl-Südafrikaner sehen lassen", verspricht der Sender und verweist auf die Exil-Saarbrückerin: "Sunny begrüßt ihre Gäste in ihrem Luxus-Appartement im 11. Stock eines Hotels." ols