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Zweiter Coronavirus-Fall im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Behörden erwarten heute weitere Fälle : Zweiter Coronavirus-Fall im Saarland – dringender Verdacht in drei weiteren Fällen

Das Gesundheitsministerium hat am Freitag einen zweiten Coronavirus-Fall im Saarland bestätigt. Es handelt sich um einen Grenzgänger aus dem französischen Département Moselle. Medienberichten zufolge soll der Mann bei SAP in St. Ingbert arbeiten. Nach SZ-Informationen gibt es drei weitere dringende Verdachtsfälle in der Region.

Im Saarland gibt es einen zweiten Coronavirus-Fall: Ein Mitarbeiter des Unternehmens SAP mit Sitz in St. Ingbert soll positiv auf das Virus getestet worden sein. Das meldete zuerst der SR unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher.

Das Gesundheitsministerium hatte entsprechende SZ-Informationen zuvor nicht bestätigen können. Am Freitagmittag informierte die Behörde über die zweite Infektion im Saarland. Demnach arbeitet der Patient hier in der Region, wohnt aber in Boulay im Département Moselle. Dort testete ihn ein Arzt positiv auf das Coronavirus, wie das Ministerium schreibt. Auch die Behörde beruft sich auf den Arbeitgeber des infizierten Mannes.

Der Mann befindet sich seit dem 3. März in häuslicher Quarantäne, das SAP-Bürogebäude in St. Ingbert wurde zur Desinfektion geschlossen worden – „wegen Sonderreinigung gesperrt“, war an einer Eingangstür zu lesen.

„Wegen Sonderreinigung gesperrt“: Das SAP-Gebäude in St. Ingbert. Foto: BeckerBredel

Das Unternehmen habe gegenüber dem Ministerium bestätigt, dass am Firmensitz entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden seien – darunter die Sperrung des Bürogebäudes. Zudem arbeite die Firma eng mit den französischen Behörden sowie mehreren Gesundheitsämtern im Saarland zusammen, hieß es in Saarbrücken. Die Ämter sollen Menschen ermitteln, mit denen der Erkrankte zuletzt Kontakt hatte.

Wie reagieren die Behörden im Département Moselle? Die Präfektur will am späten Freitagnachmittag eine Krisensitzung einberufen an der der Bürgermeister von Boulay teilnimmt. Dort werden ihm Anweisungen gegeben, ob er in der Stadt weitere Vorkehrungen treffen muss.

Aus Behördenkreisen erfuhr die SZ, dass für den heutigen Freitag mit der Bekanntgabe weiterer Corona-Erkrankungen zu rechnen ist. Man rechne mit zwei bis drei postitiven Test-Ergebnissen im Laufe des Tages. In Merzig, Saarbrücken und Bexbach würden Tests von Patienten erwartet, bei denen der Corona-Verdacht sehr ernst genommen wurde, erfuhr die SZ. Mindestens im Fall des Patienten in Bexbach befindet sich der Patient nach SZ-Informationen in Quarantäne.

Bislang gab es im Saarland einen bestätigten Corona-Verdachtsfall. Ein Oberarzt der Uni-Kinderklinik in Homburg hatte sich (vermutlich bei einem Kongress) mit dem neuartigen Virus infiziert. Dutzende Tests in seinem Umfeld hatten bis Donnerstagabend keine weitere positiven Ergebnisse gezeigt. Die Klinik verschärfte aber - wie andere Krankenhäuser im Land - ihre Sicherheitsvorkehrungen.