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Integration
Zuwanderungsbüro feierte 15. Geburtstag

Saarbrücken. „Wir können sagen: Wir können Integration“, betonte Professor Dieter Filsinger in seinem Impulsreferat mit dem Titel „Einwanderung verändert die Stadt“ bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des Saarbrücker Zuwanderungs- und Integrationsbüros (ZIB) am vergangenen Freitag im Rathausfestsaal. Von Andreas Lang

Filsinger ist Experte der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes  (HTW) für  sozialwissenschaftliche Grundlagen, Sozialpolitik und Evaluation. Er erläuterte weiter: „Einwanderung hat es immer gegeben, und es wird sie immer geben, dass die Politik in Berlin ab 2015 davon überrascht wurde, da kann man nur den Kopf schütteln.“


Im Übrigen veränderten nicht nur Zuwanderer die Stadt: „Das tun Digitalisierung und demografischer Wandel auch.“ Letztgenannter Faktor bedinge es sogar, dass die Gesellschaft weitere Zuwanderer integriere – in welchem Maße, müsse sich noch zeigen. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz erklärte, das ZIB um seine Leiterin Veronika Kabis schaffe die wichtige Öffentlichkeit für das Thema Integration.

In den Fokus rückt das Thema auch im Zusammenhang mit der interkulturellen Woche, die dieses Mal mit dem 15-jährigen Bestehen des ZIB in Verbindung steht. Britz: „Diese interkulturelle Woche richtet den Blickpunkt auf die kulturelle Vielfalt.“ 24 Veranstaltungen stünden im Rahmen der interkulturellen Woche an. Britz weiter: „Es ist wichtig, sich mit Respekt und Würde zu begegnen.“ Ihre Stadt sieht sie als weltoffen, was die Bürger ihr mit „beeindruckenden Demos“, wie am Sankt Johanner Markt zahlreich bewiesen hätten: „Wir sind bunt und nicht braun.“



Besonders hieß Britz den ehemaligen Bürgermeister Kajo Breuer (Grüne), der vor 15 Jahren als verantwortlicher Dezernent die Entstehung des ZIB entscheidend mitgestaltet habe.

Mwoloud Daoud rezitierte unter anderem Heinrich Heines „In der Fremde“ und Johann Wolfgang von Goethe mit den Worten: „Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen, der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen, mit Stürmen mich herumzuschlagen, und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen.“ Die Leiterin des Integrationsbüros, Veronika Kabis, sagte: „Wir müssen damit rechnen, dass neue Krisen kommen und dass sich die Konflikte mehren. Wir müssen vorbereitet sein.“ Und: „Es gäbe noch viel Vergangenes zu berichten und über viel Zukünftiges nachzudenken. Entscheidend ist, dass wir nicht stehen bleiben und uns nicht zufrieden geben mit dem Erreichten.“

Hüseyin und Shadi spielten auf orientalischer Laute und Trommel. International gaben sich verschiedene Chöre, die Amei Scheib leitet. Unter anderem sangen sie die Europahymne, und zum Finale präsentierte der Chor des Großprojektes PatchWorkCity: „Alle anders. Alle  Saarbrücken“.