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Hier darf gefeiert ordentlich werden
Zur Erinnerung an den Bergbau in Jägersfreude

Die neue Schirmherrin der Grubenwehr Jägersfreude (v.l.) Carolin Zehner, Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz und die ehemalige Schirmherrin Almut Kubitzek-Pelka beim Fassanstich.
Die neue Schirmherrin der Grubenwehr Jägersfreude (v.l.) Carolin Zehner, Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz und die ehemalige Schirmherrin Almut Kubitzek-Pelka beim Fassanstich. FOTO: BeckerBredel
Jägersfreude. Die Grubenwehrkameradschaft feierte die fünfte Ausgabe des Bergmannfestes mit virtueller Ausstellung im Gepäck.

Am Samstag wehte ein Hauch lebendiger Vergangenheit durch Jägersfreude. „Off unserer alt Grub“ hatte die Grubenwehrkameradschaft zum Bergmannsfest eingeladen. Dabei war auch die fünfte Ausgabe ganz der Erinnerung an den ehemaligen Bergbau vor Ort gewidmet. So besuchten das Fest erneut Mitglieder des Vereins Rischbachstollen aus St. Ingbert und eine Delegation des Bergmannsvereins Jeanne d’Arc aus der Partnerstadt St. Avold.


Neu hinzugekommen war in diesem Jahr die virtuelle Ausstellung „Das Erbe on Tour“. „Unser Ziel ist es, die analoge Welt mit der digitalen zu verknüpfen“, sagte Karin Bickelmann, Projektleiterin bei der Landesmedienanstalt, die das „Erbe“ initiierte. Mittels Virtual-Reality-Brille (VR) gelangt man in den Stollen des ehemaligen Bergwerks Velsen. Dort kann man virtuell umherlaufen und sich verschiedene Exponate per aufgezeichneter und über die Brille abgespielter Stimme erklären lassen.

„Man hat ein wunderbares, generationenübergreifendes Erlebnis“, schwärmte Bickelmann. Denn dank des virtuellen Konzeptes könnten beispielsweise Enkel ihren Opas Tablets, Smartphones und PCs erklären, während diese wiederum von der Bergmanns-Historie erzählen könnten. Dass dies funktioniere, bekomme sie immer wieder mit, beispielsweise an Schulen, wo „Das Erbe“ Station macht. Auf der Webseite https://artsandculture.google.com und dem Stichwort „Staatskanzlei des Saarlandes“ können sich Interessierte verschiedene Bilder und Videos dazu auch am PC anschauen oder sich die zugehörige App installieren.



In Dudweiler ist „Das Erbe on Tour“ nochmal an einem Aktionstag zu sehen: Am Dienstag, 14. August, im Bürgerhaus Dudweiler, 19 Uhr, anlässlich des „Abends der Begegnung“. Karin Bickelmann selbst mag das Video über das Grubenlampen-Kabinett besonders gern. Dort kann man sich die Entwicklung der Grubenlampen im Laufe der Zeit anschauen. Die Ausstellung erfülle natürlich auch einen pädagogischen Zweck, denn: „Die eigene Vergangenheit zu verleugnen, bringt einen ja auch nicht weiter.“

Neben „Das Erbe“ sorgten Sangesgruppen wie der Männerchor Harmonie oder die Riwwerbrings für gute Stimmung. Etwas für Verstimmung sorgte die Absage des Schalmeienchors. Doch kurzfristig konnte man den Musikzug 1968 für das Fest gewinnen. Deren Mitglieder interpretierten unter anderem ein Abba-Medley. Zur Kurzfristigkeit sagte der Vorsitzende Karl-Heinz Brückner kurz, knackig und lächelnd: „Was muss, muss.“