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Zukunft des Caritas Krankenhauses in Lebach ungewiss

Kostenpflichtiger Inhalt: Lebach : Großes Rätselraten um Zukunft des Lebacher Caritas-Krankenhauses

Einen Beschluss, das Caritas-Krankenhaus dichtzumachen, gibt es bislang nicht. Die Beschäftigten befürchten eine „kalte Schließung“, indem Ärzte und Pflegekräfte abwandern. Das Gesundheitsministerium will bis zu diesem Freitag Klarheit.

Die Zukunft des Caritas-Krankenhauses in Lebach ist weiter in der Schwebe. Nach Angaben der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt) gibt es bisher weder einen Beschluss zur Schließung des Krankenhauses noch einen Termin für eine Schließung. Richtig sei, dass der Aufsichtsrat der ctt-Geschäftsführung am 5. März „ein Mandat zur Aufnahme über Verhandlungen eines Schließungsszenarios“ mit der Mitarbeitervertretung (MAV) erteilt habe, sagte eine ctt-Sprecherin.

„Schließungsszenario“: Was dieser etwas ungelenke Begriff genau bedeutet, wann das Krankenhaus unter Umständen dichtgemacht werden soll und was das für die rund 500 Beschäftigten heißt: derzeit alles offen. Der vom Gesundheitsministerium nach Gesprächen mit der ctt genannte Termin Juli wurde bestritten. „Die Mitarbeiter werden langsam ungeduldig, weil einfach nichts passiert“, sagt Gerhard Sauer, der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung (MAV). Von der Gesellschafterin der ctt, die Trierer Hildegard-Stiftung, fordert er Informationen, wie es in Lebach weitergehen soll.

Beschäftigte sowie Landes- und Kommunalpolitiker fürchten inzwischen, dass die Stiftung eine „kalte Schließung“ anstrebt. Das würde bedeuten: Immer mehr Ärzte und Pflegekräfte kündigen – sie werden in anderen Kliniken händeringend gesucht –, bis sich in Lebach der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten lässt. Dann, so wird geargwöhnt, werde die Sache für den Träger auch günstiger, unter anderem weil er keine Abfindungen mehr zahlen müsste.

Auf die Frage, wie viele Beschäftigte in Lebach seit dem Beschluss des Aufsichtsrates am 5. März schon gekündigt haben, erklärte die ctt-Sprecherin: „Unser Personal ist vollständig an Bord und meistert den Umgang mit Corona-Patienten wie Nicht-Corona-Patienten wie gewohnt und in bester Weise.“ Laut Mitarbeitervertretung sollen 19 Ärzte und Pflegekräfte gekündigt haben.

Die Hildegard-Stiftung als Gesellschafterin der ctt hatte den Beschluss für ein „Schließungsszenario“ mit jährlichen Millionen-Verlusten in Lebach und einem enormen Investitionsstau begründet. Die MAV kritisierte jedoch, dass dem Beschluss veraltete Kennziffern zugrunde gelegen hätten. So sei die Auslastung der Klinik unter der neuen Geschäftsführung in den letzten Monaten des vorigen Jahres von 60 auf 80 Prozent gestiegen, im Januar und Februar 2020 habe das Krankenhaus sogar schwarze Zahlen geschrieben.

Als treibende Kraft hinter dem „Schließungsszenario“ wird weniger die ctt-Geschäftsführung als vielmehr der katholische Träger Marienhaus vermutet, dessen Chef Heinz-Jürgen Scheid im Vorstand der Hildegard-Stiftung sitzt. Der Marienhaus GmbH mit ihren großen Kliniken in Saarlouis und St. Wendel, so heißt es in der Belegschaft in Lebach, sei das Caritas-Krankenhaus ein Dorn im Auge.

Das saarländische Gesundheitsministerium hat der ctt eine Frist bis Freitag, 17. April, gesetzt, um zu erklären, was mit dem Standort Lebach passieren soll. Dazu heißt es von der ctt, selbstverständlich befinde man sich „in einem engen Austausch“ mit dem Ministerium. Relevante Informationen würden zeitnah weitergegeben und besprochen. „Eine Fristsetzung wurde lediglich über die Presse kommuniziert.“

 Zur Zukunft des Krankenhauses äußert sich die ctt bislang nicht. „In der aktuellen krisenhaften Situation, in der sich Gesamtdeutschland befindet, sehen wir im Augenblick unsere Primärbemühungen in der Versorgung der Bevölkerung und dem Management der Corona-Krise“, sagte die Sprecherin. „Wie gewohnt nehmen wir unseren Versorgungsauftrag auch weiterhin unverändert ernst.“ Die Situation lasse derzeit „keinen Raum für weitere krankenhauspolitische Diskussionen“.