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Leserbrief
Zubetonieren der Stadt stoppen

Überall sollen schützenswerte Grünflächen bebaut werden, koste es, was es will. Stadtplanungsamt und Baudezernat haben ein Ziel: Die Stadt zuzubauen, um die Steuereinnahmen zu steigern. Am Kieselhumes ist ein Gesundheitszentrum geplant; an der Quellenstraße mehrere Wohnblöcke, am Heidenkopferdell Mehrfamilien- und Reihenhäuser.

Grotesk ist der Bauantrag des Egon-Reinert-Hauses für einen Neubau im historischen Obstgarten auf dem Eschberg – obwohl das fast identische Baubegehren schon vor 18 Jahren vor dem Verwaltungsgericht gescheitert war. Wie kann so etwas sein? Akzeptieren die Stadt, der Bauherr diese Entscheidung nicht? Hat die Bürgerinitiative jahrelang umsonst gekämpft? Auch Gerüchte um das Totobad-Gelände und den Saarbrücker Zoo reißen nicht ab. Das Zubetonieren und Versiegeln aller Lücken in der Stadt durch finanzkräftige Investoren ist in Mode. Diese Bauvorhaben haben viele Gemeinsamkeiten: enge Bebauung, kein Verkehrskonzept, grüne klimarelevante Ausgleichsräume verschwinden, die Wohnqualität sinkt. In der Verfahrensweise auch überall das gleiche Bild: Suggerierung einer Bürgerbeteiligung, Schaffen von Fakten, verdeckte Zusagen an private Investoren. So kann es in Saarbrücken und auf dem Eschberg nicht weitergehen. Karl-Heinz Isengard, Saarbrücken