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Zeitraubende Umwegen wegen geschlossener Grenzen bei Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Kleinblittersdorf : Berufspendler auf zeitraubenden Umwegen

Die Schließung der Grenzübergänge in der Gemeinde Kleinblittersdorf führt zu Staus in Habkirchen und an der Goldenen Bremm.

Seit einer Woche sind die Grenzen für Autofahrer an der Oberen Saar dicht. Wer mit dem Auto ins Nachbarland will, egal ob Deutscher oder Franzose, der muss entweder nach Habkirchen oder an die Goldene Bremm in Saarbrücken. Vor allem für Franzosen, die in Deutschland arbeiten oder Deutsche, die in Frankreich leben, ist das eine Tortur.

In der Gemeinde Kleinblittersdorf gibt es viele Pflegeheime, die auf ihre französischen Mitarbeiter angewiesen sind. Die Barmherzigen Brüder in Rilchingen-Hanweiler sind mit 350 Beschäftigten, davon 90 Franzosen, der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Kleinblittersdorf. Als am Freitag, 20. März, die Grenzen geschlossen wurden, da  hatte Einrichtungsleiter Alfred Klopries ein Problem: „Ich habe bis 23 Uhr telefoniert, bis ich alle Mitarbeiter aus Frankreich erreicht hatte. Keiner wusste etwas von der Schließung. Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter morgens pünktlich bei der Arbeit sind, da wir Bewohner haben, die ihre Medikamente oder Spritzen brauchen.“

Alfred Klopries Foto: Heiko Lehmann

Mittlerweile wissen die französischen Mitarbeiter der Barmherzigen Brüder, was los ist – doch das Problem mit den weiten Umwegen bleibt. Klopries: „Wir haben Mitarbeiter, die wegen den geschlossenen Grenzen täglich eine Stunde früher zu Hause losfahren müssen und abends auch eine Stunde später nach Hause kommen. Die Situation ist für alle sehr unbefriedigend.“

Weil die Grenzübergänge auf der Bundesstraße 51 in Rilchingen-Hanweiler und Kleinblittersdorf sowie in Güdingen dicht sind, staut sich in Habkirchen und an der Goldenen Bremm der Verkehr. Lange Wartezeiten am Morgen und am Abend sind Standard.

Sandra Hoen ist Deutsche und wohnt in Frankreich. Sie wurde vor eineinhalb Wochen in Saarbrücken operiert und durfte mittlerweile wieder nach Hause nach Frankreich. „Ich hoffe, der Heilungsprozess läuft optimal. Ich weiß nicht, wie schnell ich wegen den geschlossenen Grenzen nach Saarbrücken ins Krankenhaus komme, wenn etwas passiert“, sagt die 50-Jährige. Sie hat einen Brief an den saarländischen Ministerpräsidenten geschrieben und gefragt, ob es nicht möglich sei, eine Grenze an der Oberen Saar zu öffnen. In einem Antwortschreiben stand, die Grenzüberwachung sei Sache der Bundespolizei.

Sandra Hoen Foto: Privat

Alfred Klopries hat sich an die Bundespolizei in Bexbach gewandt und ist an die saarländische Landesregierung verwiesen worden.

Viele Grenzgänger an der Oberen Saar sind durchaus bereit, auch Opfer zu bringen, fühlen sich aber von den Verantwortlichen verschaukelt. Am Donnerstag, 26. März, wurde an der Oberen Saar eine Online-Petition auf den Weg gebracht, in der die Öffnung des Grenzübergangs in Kleinblittersdorf gefordert wird. Knapp 200 Menschen haben bereits unterschrieben.

Während die Grenzen für den rollenden Verkehr dichtgemacht wurden, werden die Grenzübergänge für Fußgänger sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite nur sporadisch bewacht. Wie die saarländische Landesregierung mitteilte, hat sie nicht genug Leute, dafür. Genau deshalb seien ja auch die kleineren Grenzübergänge für Autofahrer geschlossen worden.

Über die Grenzen in Rilchingen-Hanweiler und Kleinblittersdorf fuhren an normalen Tagen mehr als 10 000 Autos, während die Grenze in Habkirchen eher weniger frequentiert wurde.

Für Stephan Strichertz, den Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf, ist der Ärger der Menschen verständlich, aber er bezweifelt, dass sich etwas ändern wird: „Wir haben aktuell eine sehr schwierige Zeit und diese erfordert auch schwierige Maßnahmen. Da müssen wir jetzt alle durch.“