| 20:24 Uhr

So kann’s gehen
Wunderbare Wanderung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das Wandern ist der Hartmanns Lust. Naja, jedenfalls pirsche ich mich ganz allmählich an das Thema heran. Es wird  Frühling,  und ich buche todesmutig die geführte 14,5 Kilometer-Tour im Ostertal. Natürlich regnet es bisweilen recht nieselig, doch die, die da sind, kennen weder Tod noch Teufel. Sie kennen sich aber fast alle untereinander und sind offenkundig einiges gewohnt. Nun also keine Müdigkeit vorschützen und losmarschieren durch Gottes schöne Natur. Der Untergrund - Sie können es sich nach wochenlangem Dauerregen gut vorstellen - ist mehr als morastig. Man versinkt bei jedem Schritt im Schlamm mit Geräuschen, die man schon bald nicht mehr hören kann. Einmal, den Abhang hinab, gibt’s einen kleinen Kniefall   auf glitschigem  Terrain, sodass die Hose nun schon arg in Mitleidenschaft gezogen ist. Treffsicher hat man die bis an die Sohle der Wanderschuhe reichende  Jeans   gewählt, sodass das Wasser die Hosenbeine hinaufkriechen kann. Apropos hinaufkriechen: Vor uns liegt eine elend lange Steigung - für Ungeübte eine Herausforderung. Ich dachte immer, ich hätte  Kondition, doch als auch ältere Semester wie die Gemsen an mir vorbeiziehen, ist die Illusion dahin. Einer aus der Gruppe dreht sich amüsiert zu mir um und brabbelt was von „Sauerstoffzelt“. Sehr witzig, Junge, ich werd’s mir merken. Und dann kommt die  Stelle, da sich ein Baum quer über den Weg gelegt hat. Über das Hindernis hilft mir ein nicht unansehnlicher Herr. Ebenso über die Steine im Bachlauf. Es gibt also auch erhellende Momente. Demnächst geht er wieder auf Tour. Und  ich wohl auch. Wenn bis dahin die Schuhe trocken sind und der Muskelkater in den Waden weg.

Es ist schon wahr: Wandern ist was Wunderbares -  vor allem Stunden später bei der Schlussrast - ganz zünftig im Wirtshaus.


(mh)