| 21:09 Uhr

Die Diskussionen gehen munter weiter
„Wir machen einen Rückschritt“

Die Dudweiler Postfiliale in der Saarbrücker Straße, fotografiert am Mittwoch (21.02.2018). Foto: BeckerBredel
Die Dudweiler Postfiliale in der Saarbrücker Straße, fotografiert am Mittwoch (21.02.2018). Foto: BeckerBredel FOTO: BeckerBredel
Dudweiler. Der Umzug der Dudweiler Post sorgt bei Kommunalpolitikern für großen Unmut.

(bo) Ein neuer Post-Partner für die Dudweiler Ortsmitte ist gefunden. Dies teilte Bernd Dietrich, regionaler Politikbeauftragter der Deutsche Post AG (DP), bei der jüngsten Sitzung des Dudweiler Bezirksrates mit. Kooperationspartner wird Rigobert Schäfer, der den Post-Service in seinem Tabakwaren-Geschäft in der Saarbrücker Straße 234 anbieten wird. Ein Umzug der Dienstleistungen ist notwendig, weil die Postbank AG ihr Finanzcenter in der Saarbrücker Straße 292-294 aufgeben wird. Dadurch fällt dort auch der Service der DP weg (wir berichteten).


Zwar sei noch nicht alles zu 100 Prozent in trockenen Tüchern, doch Dietrich erklärte: „Ich sage Ihnen, wie wir uns das vorstellen.“ Demnach soll ab Anfang März bereits die Möglichkeit bestehen, Pakete bei Tabakwaren Schäfer aufzugeben. Der Service soll in einem laufenden Prozess bis zur kompletten Schließung des Postbank-Gebäudes – vermutlich Ende Mai – auf die neue Filiale umgestellt werden. Die Räumlichkeiten gegenüber dem Gasthaus „Zum Krokodil“ sollen anfangs mit nur einem Post-Schalter ausgestattet sein. Je nach Kundenandrang werde ein zweiter Schalter hinzukommen.

Die Entscheidung und die damit zusammenhängenden Erläuterungen wurden von den Mitgliedern des Bezirksrates gemischt aufgenommen. „Im Vergleich ist die neue Filiale doch ein Stück kleiner“, gab beispielsweise Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz zu bedenken. Insa Michels-Litaer (CDU) wollte wissen, wie es mit der Packstation weitergeht, der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf-Peter Fritz erkundigte sich nach den Schließfächern. Mirko Welsch (Bürgerbündnis Saar) merkte an, dass es wegen des hohen Kundenaufkommens doch sinnvoller sei, drei Schalter zu öffnen.



Jörg Sämann, der SPD-Fraktionsvorsitzende, erkundigte sich nach dem Besitzer des Gebäudes, in dem die Post derzeit noch untergebracht sei. Annabelle Sonntag (FDP) wollte wissen, ob die Post-Mitarbeiter mit in die neue Unterkunft ziehen und bei wem sie angestellt sind. Gabriele Ungers, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, zog in Zweifel, ob die zukünftige Filiale groß genug ist, um die ganzen Pakete aufnehmen und gegebenenfalls lagern zu können. Zudem fragte sie, was mit dem Briefmarken-Automaten geschieht.

Wie Bernd Dietrich erklärte, sollen Schließfächer und Packstation an ihrem jetzigen Ort bleiben und Letztere eventuell vergrößert werden. Einem dritten Schalter hielt er dagegen, dass man mit einer durchgehenden Öffnungszeit von 8 bis 18 Uhr sehr gut aufgestellt sei. Das Gebäude Saarbrücker Straße 292-294 gehöre der Postbank, Näheres könne er deswegen nicht dazu sagen. Die Post-Mitarbeiter seien zukünftig bei Rigobert Schäfer angestellt. Wie es generell mit ihnen weitergeht, werde sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Briefmarken-Automat werde aufgegeben. Ein neuer werde eventuell in Betracht gezogen, wenn es mal „eine neue Generation“ gebe. Alles in allem sah Dietrich den Umzug in den Tabakwaren-Laden als Stärkung und Aufwertung des Standortes Dudweiler.

Doch damit war er ziemlich allein. „Wir machen jetzt einen Rückschritt“, befand Bezirksbürgermeister Schwarz, „das ist für mich nicht ganz einsehbar.“ Für fraktionsübergreifend großen Unmut sorgte, dass die zukünftige Filiale weder barrierefrei sei noch Parkmöglichkeiten biete (Bericht folgt). Martin Kerz (SPD) erinnerte an den Versorgungsauftrag der Post  und stellte seine Sicht der Dinge dar: Es sei keineswegs eine Verbesserung, wenn man von einer barrierefreien und mit mehreren Schaltern ausgestatteten Filiale in eine neue umziehe, die beides nicht biete. Das Unverständnis brachte Ralf-Peter Fritz auf den Punkt: „Es geht nicht darum, den Kunden das Leben leichter zu machen, sondern der Post.“