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Gemeinde Quierschied
Wildschweinplage in Wohngebieten

Noch ehe das neue Spielgerät in Göttelborn eingeweiht werden konnte, pflügten Wildschweine das Umfeld gründlich um.
Noch ehe das neue Spielgerät in Göttelborn eingeweiht werden konnte, pflügten Wildschweine das Umfeld gründlich um. FOTO: Patric Cordier
Göttelborn. Die Gemeinde Quierschied sucht mit Fachleuten nach einer tragfähigen Lösung. Von Patric Cordier

Wildschweine - der Eine mag sie mit Klößen und Rotkraut, der Andere ist strikt gegen Jagd und Töten von Tieren. Fakt ist: Die Population der Schwarzkittel ist in den letzten Jahren ebenso angewachsen wie deren Scheu vor den Menschen gesunken ist. Immer öfter dringen die Tiere in Gärten, ja in Häuser vor und hinterlassen meist ein Bild der Verwüstung.


Der jüngste Fall in unserer Region: Der Spielplatz in der Goethestraße in Göttelborn. Dort hat die Gemeinde ein neues Multifunktions-Spielgerät errichtet. Die Einweihung war festgelegt, doch die ersten Gäste kamen ausgerechnet in der Nacht vor dem Termin. Eine  Rotte Wildschweine hat das ganze Areal buchstäblich umgepflügt - keine 20 Meter entfernt von den nächsten Häusern. „Das Problem besteht leider im gesamten Gemeindegebiet. Nicht nur in Göttelborn, auch in der Humes, der Spielmannsgasse oder in Fischbach in der Waldparkanlage“, sagt Mirka Preiser, die zuständige Abteilungsleiterin im Quierschieder Rathaus, „genaue Zahlen über die Höhe der verursachten Schäden gibt es nicht. Ihre Beseitigung erfordert aber immer einen großen Personalaufwand.“

Ersetzt werden die Kosten ohnehin nicht. Auch Privatpersonen sind in der Pflicht, ihre Grundstücke selbst entsprechend mit Zäunen zu sichern. Das sorgt oft für Verdruss. „Wir von der Gemeinde sind da aber eigentlich nur das letzte Glied in der Kette“, erklärt Preiser weiter, „bei uns laufen zwar die Beschwerden auf, aber im Grunde haben wir keinerlei Befugnisse, Maßnahmen zu ergreifen. Es gibt da unterschiedliche Zuständigkeiten.“



Darum will Bürgermeister Lutz Maurer sich nun persönlich des  Problems annehmen. Für Mitte September hat er einen „runden Tisch“ einberufen mit Vertretern der Gemeinde, vom Forst, der Jägerschaft und der Jagdbehörde.

„Wir haben auch schon Gespräche mit Anwohnern geführt. Da ergibt sich ein durchaus unterschiedliches Meinungsbild“, sagt Verwaltungschef Maurer, „die einen wollen besseren Schutz, die anderen sind strikt gegen den Abschuss von Tieren.“ Dabei ist die Bejagung in der Nähe von Wohngebieten ohnehin ein schwieriges Thema, das  sicher auch beim runden Tisch zur Sprache  kommen wird. Im angrenzenden Urwald vor den Toren der Landeshauptstadt Saarbrücken ist sie ohnehin nicht gestattet, was das Problem für die Gemeinde Quierschied selbstredend nicht gerade kleiner macht.