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Wie Schülerinnen den ersten Tag nach den Herbstferien erleben

Schule trotz Corona : „Ist ja nicht das erste Mal, dass wir Maskenpflicht haben“

Wenn sich jeder an die Regeln hält, müsse keiner Angst haben, finden ältere Schülerinnen. Dem Winter sehen sie dennoch mit Sorge entgegen.

Saarbrücken Auch in den weiterführenden Schulen im Saarland herrschen seit dem ersten Schultag nach den Herbstferien strengere Regeln: Ab Klasse 10 müssen die Schüler während des Unterrichts Maske tragen, sofern im Klassenzimmer kein Mindestabstand eingehalten werden kann. Das sei aber, von einigen Oberstufenkursen abgesehen, kaum der Fall, erzählen die Elftklässlerinnen Anna, Marie, Julia (alle 16) und Cora (17), die das Saarbrücker Gymnasium am Schloss besuchen. Ein bisschen genervt seien sie davon schon, aber „man gewöhnt sich eigentlich dran“, sagt Julia. „Kritisch ist es nur mit den kleinen Kindern, die halten das ja nicht ein.“ Deswegen müssten die älteren Schüler umso mehr darauf achten.

Viel problematischer ist die Pflicht, die Klassen regelmäßig zu lüften. „Es ist halt mega kalt“, bekennt Marie lachend. Dabei sei es ja erst Ende Oktober. „Die Vorstellung, da im Dezember unter Null Grad zu hocken – das ist schon übel“, ergänzt Anna. Eine Decke mitzunehmen, wie es der Deutsche Philologenverband gegenüber dem Bayrischen Rundfunk empfohlen hatte, sei in ihrer Schule nicht erlaubt. „Brandschutz“, erklärt Cora. Wieso Decken dabei eine Rolle spielen, darüber sind sich die Mädchen uneins. „Wenn man die bei Feueralarm in der Klasse liegen lässt, können die schnell brennen“, vermutet Marie – genau wissen es die vier Elftklässlerinnen aber nicht, die Lehrer haben es nicht erklärt.

Wie gehen die mit der Situation um? „Es gibt schon einige Lehrer, die ängstlicher sind“, so Marie schief grinsend, „man merkt dann auch, dass die ihren Stoff schneller durchbringen wollen.“ Und die Schülerinnen selbst? Um sich habe sie keine Angst, erzählt Cora, wohl aber um ihre Eltern und Großeltern: „Um die hab ich mehr Angst – aber deswegen hält man halt die Regeln ein,“ erklärt sie bestimmt. „Nicht so geil“ sei dagegen, dass man sich in der Freizeit schon wieder nicht mit mehreren Freunden treffen könne. „Aber was soll man machen“, wirft Marie ein, „es bleibt uns ja nichts anders übrig.“

Sich an die Regeln zu halten fällt den Schülerinnen also nicht schwer. Ihre größte Sorge ist, dass die Schulen erneut geschlossen werden. „Für uns oder generell die Oberstufe wäre das schon unangenehm – wegen der Abi-Vorbereitung“, sagt Anna. Alle hoffen, dass bei einem erneuten Lockdown wenigstens die höheren Klassen weiter zum Unterricht kommen dürfen.