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Wie Esther Didier zum Schreiben kam

Im Wirr und Jetzt : „Das Leben schreibt die besten Geschichten“

Esther Didier ist Mitglied in der Schreibwerkstatt des Kultur- und Lesetreffs Burbach und hat das Buch „Im Wirr und Jetzt“ mit einigen Beiträgen bereichert.

Esther Didier hatte nie damit gerechnet, dass ihre Gedichte oder Kurzgeschichten einmal veröffentlicht würden. „Ich habe für mich geschrieben und für die Kollegen der Schreibwerkstatt. Dass die Texte jetzt in einem Buch veröffentlicht wurden, daran muss ich mich zuerst noch gewöhnen“, sagt sie lachend.

Die Schreibwerkstatt des Kultur- und Lesetreffs Burbach hat nämlich gerade eine Sammlung der Ergebnisse ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer herausgebracht. „Im Wirr und Jetzt“ ist der Titel, und in dem Buch sind auch neun Beiträge  der Saarbrückerin Esther Didier.

Und die überraschen. Denn Esther Didier schreibt (auch längere) gereimte Gedichte über außergewöhnliche Themen, wie den Lockdown, Viren, Depressionen, ein Dankeschön an die Schreibwerkstatt und sogar über das Schreiben und Reimen selbst. Und in all diesen Gedichten blitzt auch ihr Humor auf. „Das Leben schreibt die besten Geschichten“, sagt sie dazu. Und fügt hinzu, dass sie sich beim Schreiben auch erinnern will, denn wenn die Texte aufgeschrieben sind, vergisst man nicht so schnell.

Man merkt, dass Esther Didier in der Schreibwerkstatt angekommen ist, sich dort sehr wohl fühlt. Das liegt auch daran, dass sie sich schon früh in ihrem Leben zu Büchern und Texten hingezogen gefühlt hat. „Ich habe als Kind früh geschrieben und gelesen. Und bei uns zuhause gab es immer viele Kinderbücher“, erzählt sie. Und dass sie als junges Mädchen verschiedene Brieffreundschaften unterhalten hat, auch um des Schreibens willen.

Nach der Schule wurde sie Verkäuferin, machte eine Ausbildung zur Elektronikerin. Da sie immer gearbeitet hat, Ehefrau, Mutter und Stiefmutter wurde, hatte sie lange kaum Zeit zum Schreiben. Das ändert sich erst im Herbst 2019, als sie im Wochenspiegel eine Anzeige der Schreibwerkstatt las. „Diese Anzeige hatte mich angesprochen. Und dann bin ich hingegangen. Es war großartig“, berichtet sie.

Anfangs habe sie in der Schreibwerkstatt nur zugehört, aber die Beschäftigung damit hat sie „umgetrieben“, wie sie sagt. Und so fühlte sie sich inspiriert und wagte es selbst. „Ich habe einfach experimentiert“, erklärt sie. Die Schreibwerkstatt ist ihr sehr wichtig geworden. Denn dort herrscht ein sehr guter Zusammenhalt. „Wir lachen viel miteinander. Und gerade hat einer von uns einen Limerick als Grußbotschaft zum Jahreswechsel an alle geschrieben. Darüber wurde in der nächsten Konferenz erstmal herzlich gelacht und dann hat sich ein neues Thema daraus entwickelt“, erklärt sie.

Gerade Kurzformen, wie der Limerick, gefallen ihr gut. „Das ist eine schöne, neue Herausforderung. Man muss einen Gedanken solange weiterspinnen, bis er in die Form hineinpasst. Das geht beim Limerick sehr gut. Und ich mag, dass seine Essenz der Humor ist“.

Esther Didier hat Spaß am Experimentieren mit Wörtern, am Schreiben, Dichten und Reimen gefunden. Aber sie setzt sich keinem Druck aus. „Ich bin da entspannt. Was passiert, passiert“, sagt sie lachend. Und dann sagt sie, dass sich gerne auch neue Interessierte an die Schreibwerkstatt im Kultur- und Lesetreff Burbach wenden können, um mitzumachen. „Leider können wir uns wegen Corona zwar nicht im Kultur- und Lesetreff sehen, aber wir treffen uns trotzdem regelmäßig in online Zoom-Konferenzen. Denn wir arbeiten weiter an unseren Texten“.

Das Buch „Im Wirr und Jetzt“ kann man in allen Kultur- und Lesetreffs der Landeshauptstadt nach Terminvergabe unter der Telefonnummer (06 81) 7 53 58 92 ausleihen.